(SZ) Nach dem Zusammenbruch der Ampel reichte es wohl kaum, dafür allein die Rot-Grün-Schwäche der Koalition verantwortlich zu machen. Das liberale Gelb gab ebenfalls in alle Richtungen irritierende Blendsignale ab. Und die Wählerinnen und Wähler kamen bei den vielen programmatischen Weggabelungen, an denen überall Ampeln den Betrieb regeln sollten, die gleichzeitig auf Rot, Grün und Gelb geschaltet waren, nicht mehr mit. So bleibt als einziges prüffestes Ergebnis haften, dass die Parteien sich schwertun, jenem Anspruch gerecht zu werden, der in den symbolischen Farbspielen ihrer Parteilogos mitschwingt: Farbe bekennen! Zu seinen Werten stehen. Eine klare Position beziehen. Rot ist eine Farbe, die mit feuriger Kraft auf Gerechtigkeit und allgemeinen Wohlstand abzielt. Grün ist die Hoffnung auf eine abgasfreie Zukunft. Und Gelb? Ist die Farbe der Sonne und das Licht der Aufklärung, in dem die Probleme hellsichtig und im Sinne der Unternehmer gelöst werden können. So weit die farbliche PR-Theorie.
Das Streiflicht: Farben sind auch nicht mehr das, was sie mal waren
Das Streiflicht: Wie alles in diesen Zeiten ist auch die Lehre durcheinander geraten, wofür die Farben stehen.






