Für sie: Alle Jahre wieder pünktlichPolka Dots: Seit es Nähmaschinen gibt (ungefähr seit Anfang des 19. Jahrhunderts), wird dieses lustige Muster nicht mehr als Fleckenkrankheit, sondern als modischer Spaß angesehen. Punkte und Pünktchen kehren seitdem ständig und in regelmäßigen Abständen zurück, und jedes Mal muss man den Menschen dann erklären, dass nicht jedes Polka-Dot-Muster automatisch ein gutes ist. Die Punkte können zum Beispiel zu perlenartig aufgereiht und nicht richtig versetzt sein. Das sieht dann nicht hochwertig, sondern nach Fabrikware aus. Auch bunte Polka Dots sind zumindest diskussionswürdig, wenn man älter als zwölf ist. Weil Polka Dots nun wieder überall auf den Laufstegen und folglich auch in den billigen Läden hüpfen und das meistens lustig und elegant zugleich ist, fragt sich die eine oder andere, ob sie das mal mitmachen soll. Die Antwort lautet uneingeschränkt: Ja, wenn das Stilvorbild nicht die hervorragend gekleidete Minnie Maus ist. Heißt: Ein Kleid mit Punkten wäre die naheliegende Wahl, wirkt aber mittlerweile oft ein bisschen oll, weil zu gefällig. CelineBesser ist es, die Punkte beiläufig ins Outfit zu integrieren, wie wir hier am Paradebeispiel von Celine sehen, wo der Designer Michael Rider sie in einem Rock neben einem Old-Céline-Blumenmuster untergebracht hat. Man kann die Idee auch anders umsetzen, etwa ein Seidentuch irgendwo hinbinden (Taille oder Kopf, egal), einen Kragen mit Punkten rausschauen lassen oder gepunktete Sprinter Shorts von Adidas mit einem Badeanzug kombinieren. Solange kein Julia-Roberts-in-„Pretty Woman“-Gedenklook dabei rauskommt, kann man nichts falsch machen.Für ihn: Keine PointePinstripes und Polkadots, also Streifen und Punkte, wurden bei Dolce & Gabbana auf dem Laufsteg zuletzt ziemlich großzügig verteilt. Für Männer sind aus diesem Angebot Streifen natürlich klassisch das gängigere Muster, denn Punkte haben jenseits von Socken, Krawatten und anderen Seidenerzeugnissen nie nennenswerte Marktanteile im Kleiderschrank errungen. Warum? Nun, der Effekt, den Punkte auf Sommerkleidern, Hüten und Oberteilen bei Frauen haben – also diese Colette-artige Heiterkeit und feminine Zeitlosigkeit –, tritt bei Männern nicht ein. Je größer die Punkte des Musters, desto theatralischer und clownesker wirken sie auf T-Shirts oder Hemden. Außerdem konkurrieren große, runde Flächen auf der Kleidung immer mit dem Gesicht, was Frauen irgendwie besser wegstecken als Männer. Anders als Karos, Fischgrät oder Streifenmuster liefern Punkte eben nicht die erwünschte Geradlinigkeit und Kantigkeit für einen männlichen Look, sondern weichen optisch alles auf. Es waren dann auch eher nur Grenzgänger wie David Bowie oder Prince, die tatsächlich große Punkte rocken konnten, die meisten anderen modischen Auseinandersetzungen mit dem Thema erschöpften sich in kleinen und kontrastarmen Punktemustern bei Accessoires. picture alliance / IK ALDAMATrotzdem sieht dieses Shirt von D&G natürlich schon irgendwie gut aus – weil es in viele sehr ruhige Farben eingebettet ist und selbst auch nicht verspielt, sondern eher grafisch nüchtern wirkt. Kann man also mal machen, wenn auch sicher nicht jeder Mann.
Mode für den Sommer: Punkte und Streifen auf Laufstegen
Punkte-Muster kehren in der Modewelt zurück und erscheinen auf Kleidern, Röcken sowie Accessoires.














