Ich habe viele Rezepte, die ich Ihnen vorenthalte. Nicht weil ich meine eigenen Rezepte nicht teilen möchte – damit habe ich überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil, ich erfreue mich an dem Gedanken, dass meine Rezepte nachgekocht werden und ich die Welt im kulinarischen Sinne etwas besser mache. Nein, einige Rezepte teile ich nicht, weil mir bewusst ist, dass bestimmte Zutaten nicht immer leicht zu bekommen sind. Das Repertoire soll ausgewogen sein: von Hausmannskost bis Fine Dining, leicht bis deftig, schnell oder aufwendig und günstig bis kostspielig. Meeresfisch ist da in Berlin so ein Thema. Viele Menschen wagen sich nicht an Fisch heran – oft, weil sie ihn nicht wirklich kennen oder weil er schlicht nicht so leicht zu bekommen ist.

Gewusst wie: Fischkunde ist simpel

Dabei ist die Scheu vor Fisch eigentlich erstaunlich. Kaum ein Produkt reagiert so dankbar auf gute Behandlung. Ein gutes Stück Fisch braucht meistens nicht mehr als gutes Olivenöl, Salz, etwas Säure und Hitze. Der Geschmack kommt nicht aus komplizierten Techniken, sondern aus Frische. Und genau an dieser Stelle beginnt in vielen deutschen Städten das Problem. Während man in Spanien oder Portugal fast beiläufig hervorragenden Fisch kaufen kann, oft in kleinen Nachbarschaftsläden oder direkt im Supermarkt, gleicht der Einkauf in Berlin gelegentlich einer kleinen Expedition.