PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptZart im Teig, scharf in der Soße – Garnelenteigtaschen mit SchnittlauchVon Volker Hobl, Manfred KlimekVeröffentlicht am 02.03.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Garnelenfüllung trifft auf Knoblauch, Ingwer und gerösteten SesamQuelle: Volker Hobl & Robin KranzAus tiefgekühlten Gyoza-Blättern und wenig Garnelenfleisch entsteht mehr als ein schnelles Abendessen. Die süße Füllung trifft auf gerösteten Knoblauch, Sesam und eine scharfe Soße. Ein schlichtes Gericht mit Tiefe.Für diese gefüllten Nudeln benötigt man weder eine Pastamaschine noch besondere Fertigkeiten. Die Teighülle besteht aus Gyoza-Teigblättern, die man im Asia-Markt in der Tiefkühltheke findet, die Füllung aus wenig Garnelenfleisch. Innerhalb von 20 Minuten hat man genügend Nudeln für vier Portionen gefaltet und geformt, und auch die Soße benötigt kaum Zubereitungszeit: Sobald der Knoblauch geröstet ist, werden die Komponenten nur noch gemischt.Das Gericht, das man dann auf dem Teller hat, ist nicht nur wohlig warm mit leichter Schärfe, sondern auch ungewöhnlich komplex. Die Süße der Garnelen verhält sich komplementär zur angenehmen Bitterkeit des Knoblauchs, die Zartheit des Teiges steht im Kontrast zum gerösteten Sesam – ein Essen das einfach Spaß macht.Das sind die Zutaten:200 g Garnelen (ohne Kopf und Schale)1 Packung Gyoza-Teig (ca. 30 Teiglinge)1 Bambussprosse (ca. 30–40 g) 2 EL Sesam1 Bund Schnittlauch 2 Zweige Koriander4 Zehen Knoblauch 1 walnussgroßes Stück Ingwer6 EL neutrales Öl 2–3 EL Lao Gan Ma (chinesische Chilisoße)Und so wird es zubereitet:Die Garnelen fein hacken – das geht leicht mit einem großen Messer oder mit einem elektrischen Zerhacker. Die Bambussprosse zuerst in dünne Scheiben, dann in dünne Streifen und anschließend in feine Würfel schneiden. Den Koriander fein hacken. Die Garnelen mit dem Koriander und den Bambussprossen mischen und etwas salzen. Zum Weiterverarbeiten füllt man die Masse am besten in einen Spritzbeutel. Jeweils eine Teigscheibe auf die Hand legen, mit der anderen Hand den halben Rand mit etwas Wasser anfeuchten, etwas – eine kleine Menge genügt – von der Garnelenmasse in die Mitte spritzen. Das Teigblatt zum Halbmond formen, die Ränder gut zusammendrücken und die ganze Tasche in die Länge ziehen – gerade so, dass sie nicht reißt, aber länger wird.Einen Topf mit gesalzenem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, die Nudeln dazugeben und drei bis fünf Minuten garen. Währenddessen den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Den Ingwer schälen und in möglichst feine Stücke schneiden (alternativ fein reiben). Den Schnittlauch fein schneiden. Den Sesam ohne Fett in einer Sauteuse oder einer kleinen Pfanne rösten, bis er etwas Farbe bekommen hat und anfängt zu duften, anschließend im Mörser zerstoßen. Das Öl in die Sauteuse geben und die Knoblauchscheiben bei mittlerer Hitze frittieren, bis sie hell-goldbraun sind dann sofort vom Feuer nehmen, den Sesam, den Ingwer und das Lao Gan Ma einrühren.Die gut abgetropften Teigtaschen auf Teller verteilen, den Schnittlauch darüber streuen und großzügig mit der Soße beträufeln. Sofort servieren.Dazu empfiehlt Manfred Klimek folgenden Wein:Chili und Schnittlauch: Da setze ich einen Naturwein ein, der glänzend mit diesen beiden Geschmacksbomben und auch mit den Garnelen korrespondiert. Den Naturweiss Gutswein 2023 (einen Cuvée aus Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner, Weißburgunder) von Jule Eichblatt und Kai Schätzel (Weingut Schätzel, Rheinhessen), einer der besten und auch preisgünstigsten Naturweine Deutschlands – und mit 11,5 Prozent Alkohol erfreulich leicht. Kein Orange-Wein, wie die Farbe vermuten lässt: Es wurden lediglich die Moste der Cuvée verschieden lang auf den Schalen belassen. In der Nase grüner und weißer Tee, auch ein Tick Oolong, dann trockene Wiesenkräuter, gering Steinobst, gering Thymian, gering Meerschaum. Im Mund saftig und präzise zum Trinken animierend, spürbar dann auch das Cremige der teilweise eingesetzten Florhefe (Sherry-Methode). Das geglückte Experiment eines neuen und völlig anderen deutschen Weins. Für 14 Euro bei gute-weine.deVolker Hobl ist Koch und Foodstylist. Manfred Klimek ist Autor, Weinkritiker und Fotograf.