PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptSchöne Hülle, wilde Füllung – dieser Filoteig macht keine halben SachenVon Katharina JamesVeröffentlicht am 05.03.2026Lesedauer: 4 MinutenPita mit Rettergrün: Die Füllung besteht aus verschiedenen Gemüseblättern, Spinat ist aber auch eine OptionQuelle: WELT Food/Sabrina RadeckVieles von dem, was wir beim Kochen routiniert in den Müll werfen, wäre eigentlich essbar. Zum Beispiel die Blätter verschiedener Knollen- und Wurzelgemüse. Hier wickeln wir sie in einen papierdünnen Teig für einen herzhaften Strudel nach griechischem Vorbild. Selbst eine papierdünne Schicht Teig kann eine Vielzahl von Sünden verbergen, erst recht, wenn sie hübsch geformt ist. Nehmen Sie diesen spiralförmigen herzhaften Strudel – auf Griechisch wäre es eine Pita Strifti – sie sieht so hübsch und aufwendig aus, ist aber in Wirklichkeit eine schnelle Nummer, da ich den Filo-Teig fertig im Supermarkt (Kühlregal) gekauft habe. Und innen drin? Habe ich jede Menge Blätter verbraucht, die in den meisten Haushalten weggeworfen werden. Das Grün von Radieschen, roter Bete, Kohlrabi oder Karotten ist zwar nicht der primäre Grund, warum diese Gemüsesorten angebaut werden. Essbar ist es dennoch, doch weil das nur wenige wissen, landen diese Blätter in der Regel im Müll. Das ist nicht nur deshalb schade, weil Sie diese Blätter ja mutmaßlich schon bezahlt haben, sondern auch, weil das Grün richtig gut schmecken kann: Der kühl-pfeffrige Geschmack von Radieschenblättern liegt irgendwo zwischen Rucola und Kresse, Rote-Bete-Blätter ähneln Mangold nicht nur optisch, und Kohlrabigrün ist wie Blattkohl oder ein fleischigerer Spinat. Leicht sautiert fallen sie in der Pfanne zusammen wie Spinat und können genauso eingesetzt werden – zum Beispiel wie hier als Pita-Füllung, bei der sie auf viel Käse und eine knusprige Teighülle treffen. Lesen Sie auchMit der wilden Reste-Mischung schmeckt sie sogar interessanter, weil jeder Bissen ein wenig anders ist. Übrigens können Sie in der Füllung auch Salat verarbeiten, der schon den Kopf hängen lässt, oder frische Kräuter, für die Sie gerade keine andere Verwertung haben. Nur Karottengrün ist eine Nummer für sich, es ist zwar essbar, schmeckt aber eher roh als Pesto, Salsa verde oder Chimichurri. Dazu demnächst mehr. Tipp für den Kauf von Gemüse mit Grün: Diese Blätter sind doch tatsächlich der Meinung, dass die Wurzeln und Knollen dazu da sind sie, die Blätter am Leben zu halten und bedienen sich auch nach der Ernte noch bei ihnen an Flüssigkeit und Nährstoffen. So werden Möhren bitter und Radieschen schrumpelig. Um das zu verhindern, entfernen Sie das Grün einfach gleich nach dem Kauf vom Gemüse und bewahren Sie es sorgfältig gewaschen in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank auf, bevor Sie es weiterverarbeiten. Zutaten 600 g gemischtes Blattgrün (Radieschen- und Kohlrabiblätter, Rote-Bete-Grün, Spinat oder Mangold) 50 g Petersilie 3 Zweige Dill 3 Zweige Minze 1 Bund Frühlingszwiebeln (oder 1 mittelgroße Porreestange, oder 1 Zwiebel) 2 Knoblauchzehen 2 EL Olivenöl Frisch geriebene Muskatnuss 1 Ei 200 g Feta 4 EL ungekochter Bulgur oder Couscous 250 g Filoteig (aus dem Kühlregal) 2-4 EL Pflanzenöl oder geschmolzene Butter zum BestreichenZubereitungBlattgrün sorgfältig waschen, trocken schleudern und sehr grob hacken (Sie müssen es nur so zerkleinern, dass es in Ihre Pfanne passt). Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Knoblauch und Kräuter hacken. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebelringe darin 3-4 Minuten lang anschwitzen. Knoblauch dazugeben und 1 Minute lang mitbraten. Das Blattgrün dazugeben und in der heißen Pfanne zusammenfallen lassen. Kräuter untermischen und alles mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.Lesen Sie auchEtwas abkühlen lassen. Wenn sich außer dem Gemüse sehr viel Flüssigkeit in der Pfanne befindet, vorsichtig in eine Tasse abgießen. Anschließend das verquirlte Ei, zerbröckelten Feta und Bulgur unter das Gemüse mischen. Das Bulgur saugt während des Backens weitere Flüssigkeit aus der Füllung auf und verhindert, dass die Pita matschig wird. Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Eine runde Back- oder Auflaufform mit 24-26 cm Durchmesser einfetten oder mit Backpapier auslegen. Jeweils zwei Blätter Filoteig leicht mit Öl oder geschmolzener Butter bepinseln und auf einer großen Arbeitsfläche überlappend so übereinanderlegen, dass sie ein größeres Rechteck bilden, das mit der Querseite zu Ihnen zeigt. Lesen Sie auch1/3 der Füllung in einer Linie am oberen Ende der Teigplatte verteilen und den Teig vorsichtig zu einer Wurst mit ca. 3 cm Durchmesser aufrollen. Mit dem restlichen Teig und Füllung wiederholen und spiralförmig in die vorbereitete Form legen. Oberfläche mit Öl oder Butter bepinseln, auf Wunsch mit Sesamsaat und Schwarzkümmel betreuen und im vorgeheizten Ofen 45 Minuten lang backen, bis der Teig golden und knusprig ist. Vor dem Essen etwas ruhen lassen. Das Rezept wurde zum ersten Mal veröffentlicht am 1.10.2021 – es schmeckt aber auch heute noch.