PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptOh wie nett, Tartiflette!Von Katharina JamesVeröffentlicht am 07.01.2026Lesedauer: 3 MinutenTartiflette ist eine meisterhafte Zusammenarbeit von Kartoffeln, Speck und KäseQuelle: WELT Food/Sabrina RadeckEine Tartiflette auf dem Tisch, das ist eine Aufforderung, jegliche „clean living“-Vorhaben, die möglicherweise zum Jahreswechsel getroffen wurden, zumindest einen Abend lang tunlichst zu ignorieren. Aber es lohnt sich!Zu einem Skiurlaub in den französischen Alpen gehört gutes, herzhaftes Essen einfach dazu, und herzhafter als „Tartiflette“ geht es wohl kaum. Doch dieser zweifellos köstliche Auflauf stammt nicht etwa aus der Küche eines örtlichen Gastwirts, sondern wurde Anfang der 80er-Jahre als PR-Maßnahme für Reblochon, einen cremigen Rohmilchkäse mit weißer Rinde aus der Region, geschaffen. Das Konzept ging insofern auf, als um das Gratin inzwischen eine ganze Subkultur entstanden ist. Mit dem Spruch „In Tartiflette we trust“ wirbt etwa die französische Ski-Website „Skipass“. Der augenzwinkernde Kult um das Gericht macht klar: Tartiflette, das ist für die Franzosen mehr als nur ein Gratin aus Kartoffeln, Zwiebeln, Speck und Käse. Das Gericht steht vielmehr für Pistenspaß, Einkehrschwung und feucht-fröhliche Abende mit deftigem, reichhaltigem Genuss. Was Tartiflette ferner von anderen Gratins unterscheidet, ist die schiere Maßlosigkeit, mit der hier mit Käse, genauer eben dem Reblochon, und auch Speck umgegangen wird. Viel hilft hier tatsächlich viel, und das übrigens auch abseits der Piste: Ich selbst etwa stapfe auch in Berlin durch Schnee und Wind, um die Tartiflette in dem kleinen Bistro und Feinkostladen „La Cantine d‘Augusta“ zu bestellen. Weil das aber nicht bei jedem um die Ecke ist, war der Besitzer Sébastien Gorius so nett, sein Familienrezept herauszurücken.Ist die Tartiflette einmal im Ofen, haben Sie nicht mehr arg viel zu tun: Als Beilage reicht ein grüner Salat mit einer säuerlichen Vinaigrette. Als Dessert bietet sich ein Fruchtsorbet an, womöglich „nage“, also mit einem passenden Eau de Vie übergossen. Zutaten(für 4-6 Personen)500 g Reblochon (das entspricht einem großen, runden Käse)1700 g Kartoffeln350 g Speck300 g Crème fraiche2 große Zwiebeln3 Knoblauchzehen50 cl Weißwein, idealerweise aus der Savoiefrisch gemahlener schwarzer PfefferZubereitungSpeck und Zwiebeln in Würfel schneiden. Knoblauch fein hacken. Eine große Auflaufform mit Butter einfetten.Die Kartoffeln ca. 20 Minuten in reichlich Salzwasser kochen, anschließend abgießen und leicht abkühlen lassen. Die Kartoffeln pellen, in Scheiben schneiden und in die Form schichten.Während die Kartoffeln kochen, den Speck in einer Pfanne ohne Öl ausbraten. Wenn der Speck rosa wird, die gewürfelten Zwiebeln hinzufügen und auf mittlerer Hitze mitbraten, bis sie weich werden. Den Knoblauch dazugeben und ca. 1 Minute mitbraten.Lesen Sie auchDen Weißwein in die Pfanne gießen und alles einmal aufkochen, aber aufpassen, dass nichts anbrennt. Hitze herunterdrehen und die Crème fraiche unterrühren. Etwas pfeffern, aber nicht salzen - der Speck macht es salzig genug. Auf kleiner Flamme einige Minuten köcheln lassen, währenddessen den Ofen auf 180 Grad vorheizen.Die Soße über die Kartoffeln gießen und alles vorsichtig etwas untermengen. Den Reblochon der Länge nach halbieren und so auf die Form legen, dass möglichst viel der Oberfläche des Auflaufs bedeckt ist. Achtung: Die Haut vom Reblochon muss nach oben zeigen, so dass der schmelzende, weiche Käse über die Kartoffeln fließen kann.Die Form bei 180 Grad in den Ofen schieben und 30 - 40 Minuten lang erhitzen, bis die Soße blubbert und der Reblochon flüssig und etwas golden wird.
Auflauf aus Savoyen: Oh wie nett, Tartiflette! - WELT
Eine Tartiflette auf dem Tisch, das ist eine Aufforderung, jegliche „clean living“-Vorhaben, die möglicherweise zum Jahreswechsel getroffen wurden, zumindest einen Abend lang tunlichst zu ignorieren. Aber es lohnt sich!






