PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenREZEPTAls Gröstl überzeugt Rosenkohl selbst SkeptikerVon Katharina JamesVeröffentlicht am 15.12.2025Lesedauer: 3 MinutenRosenkohl-Gröstl mit SpiegeleiQuelle: WELT Food/Sabrina RadeckWenn es draußen bitterkalt ist, bekommt Rosenkohl sein feinherbes Aroma und sogar eine leicht süße Note. Deshalb wird er oft zu winterlich-deftigen Fleischtöpfen serviert. Hier ist er kaum wiederzuerkennen als Hauptakteur in einem leichten, schnellen und kohlenhydratarmen Pfannengericht.Was ein paar Jahre Abstand doch ausmachen können: Ein Mitschüler, den man als still, ungeschickt oder gemein in Erinnerung hat, ist beim Klassentreffen lebhaft, aufmerksam, empathisch. Die Familienspaziergänge, die man als Kind nur ertragen hat, sind plötzlich das Highlight jedes Besuchs in der alten Heimat. Und Rosenkohl: schmeckt plötzlich richtig gut. Die putzigen kleinen Kohlköpfe waren in meiner Kindheit allgemein anerkannt als Grusel-Gemüse das man, wenn überhaupt, nur widerwillig und der Mutter zuliebe herunter zwang. Heute dagegen blicke ich häufig in leuchtende Augen, wenn ich Rosenkohl ins Spiel bringe.Lesen Sie auchEinerseits hat das mit der Weiterentwicklung der Geschmacksknospen zu tun, Erwachsene mögen Bitteres nun einmal lieber als Kinder - siehe auch Kaffee, dunkle Schokolade, Tonic Water. Andererseits wird Rosenkohl aber inzwischen auch vielseitiger und liebevoller zubereitet, als das noch vor nicht allzu langer Zeit der Fall war. Als Kind kannte ich Rosenkohl nur in Wasser gekocht, vielleicht mit einem Stich Butter oder in sehr günstigen Fällen einer cremigen Soße; inzwischen begegnet er mir als Rohkost mit tollem Dressing, knusprig geröstet aus dem Ofen, als Belag auf Pizza – die Liste könnte noch endlos lang weitergehen. Diese Zubereitungsweise hat es mir besonders angetan: Sehr fein geschnittener Rosenkohl wird in einer sehr heißen Pfanne angebraten, bis er teils knusprig-salzig ist, teils noch grasig-frisch.Dazu hauen Sie sich ein, zwei Eier in die Pfanne, und besonders gut schmeckt es, wenn ein wenig von dem noch flüssigen Eigelb in den Rosenkohl fließt. Das Rezept ergibt genug für einen hungrigen Koch oder zwei Personen, die vielleicht noch etwas Brot dazu essen.So, wie es aufgeschrieben ist, ist das Gericht vegetarisch, wer es deftiger mag, kann gleichzeitig mit dem Gemüse auch in Streifen geschnittenen Speck in die Pfanne geben oder kurz vor Schluss einige Stückchen gegartes Fleisch, zum Beispiel Bratenreste, unterrühren.Zutaten500 g Rosenkohl1 kleine rote Zwiebel2 Knoblauchzehen1 Zweig Rosmarin1 Messerspitze Paprika2 EL Olivenöl2 Eier pro PersonSalz und Pfeffer ZubereitungRosenkohl putzen. Zwiebel und Knoblauch abziehen. Die Rosmarinnadeln vom Zweig ziehen und fein hacken. Rosenkohl, Zwiebel und Knoblauch mit dem Blitzhacker oder der Küchenmaschine zerkleinern, bis der Kohl aussieht wie frisch gemähtes Gras. (Wenn Sie dafür keinen entsprechenden Küchenhelfer besitzen, einfach alles mit einem scharfen Messer in sehr dünne Scheiben schneiden, Sie werden erst fluchen, aber sobald Sie einen Rhythmus gefunden haben, dauert es gar nicht so lange).Öl in einer großen Pfanne erhitzen und das vorbereitete Gemüse hineingeben. Eine Minute lang bei großer Hitze anbraten – dadurch wird der Rosenkohl auf dem Boden der Pfanne knusprig und braun, die aufsteigende Hitze gart die oberen Schichten leicht. Wenden, salzen und wieder eine Minute in Ruhe lassen. Ein drittes Mal wiederholen – Sie sollten jetzt noch immer leuchtend grünes, leicht zusammengefallenes Gemüse vor sich sehen, durch das sich einzelne tiefbraune, knusprige „Flecken“ ziehen. Lesen Sie auchDen Rosenkohl an den Rand der Pfanne schieben und die Eier in die Mitte schlagen. Braten, bis das Weiß fest ist, das Gelb aber noch etwas flüssig. Die Eier auf dem Rosenkohl anrichten und mit etwas Pfeffer bestreut essen.
Leicht und würzig: Als Gröstl überzeugt Rosenkohl selbst Skeptiker - WELT
Wenn es draußen bitterkalt ist, bekommt Rosenkohl sein feinherbes Aroma und sogar eine leicht süße Note. Deshalb wird er oft zu winterlich-deftigen Fleischtöpfen serviert. Hier ist er kaum wiederzuerkennen als Hauptakteur in einem leichten, schnellen und kohlenhydratarmen Pfannengericht.






