PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptEine Suppe, die Wurzeln schlägt – Karotte trifft KrumeVon Katharina JamesVeröffentlicht am 31.12.2025Lesedauer: 4 MinutenMöhrensuppe mit Dill und SchwarzbrotcroutonsQuelle: WELT Food/Sabrina RadeckMit einer heißen Suppe lässt sich selbst die fieseste Kälte ertragen, und wenn sie dann noch eine geballte Ladung Gemüse enthält: Umso besser, erst recht in der genussintensiven Adventszeit. Hier bekommen mit wärmenden Gewürzen geröstete Karotten ein deftig-skandinavisches Finish.Ein Kilobeutel Karotten ist in der Küche sowieso nie fehl am Platz: Sanft in Butter glasiert als Beilage, als Aroma-Grundlage in der Bolognese, roh als Snack. Diesmal werden sie zunächst mit wärmenden Gewürzen im Ofen geröstet, bis sie süß und zart sind. Ab dem Zeitpunkt könnte man sie auch einfach wie eine Art Mezze oder als einen warmen Salat essen, und oft genug tue ich das auch. Es lohnt sich aber, noch einen Schritt weiterzugehen und die Suppe zu kochen. Die süßen Karotten treffen auf Schwarzbrot, knusprige Kerne, kühlen Sauerrahm und erfrischenden Dill. Für alle, die Croutons eher als mögliche, aber nicht notwendige Deko sehen: Das ist hier nicht der Fall, ohne die knusprig-buttrig-salzig-würzigen Brotwürfel schmeckt die Suppe nur halb so gut. Ähnliches gilt für den Dill – sollten Sie Dill ü-ber-haupt nicht leiden können, lassen Sie ihn in Gottes Namen weg, aber gönnen Sie sich dann ein anderes frisches Kraut, glatte Petersilie passt fast immer. Und dann muss ich noch etwas loswerden: Jedes Mal, wenn ich ein Rezept vorstelle, das überwiegend im Ofen zubereitet wird (also ziemlich oft), schreibt mir ein Leser, der das mit Blick auf die steigenden Energiekosten bedenklich findet. Lieber Leser, Sie haben zweifelsfrei recht damit, dass das Rösten im Ofen nicht die energieeffizienteste Art und Weise des Kochens ist. Aber es gibt ja noch eine andere Form der Energie, nämlich meine, oder Ihre, und wie viel davon wir für das Kochen aufwenden. Und da ist der Ofen einfach unschlagbar für eine weitestgehend freihändige Zubereitung mit den besten Resultaten. Ich kann mich daher nicht ganz davon trennen, und schlage Ihnen hier ja sogar SCHON WIEDER vor, den Ofen anzuwerfen. Weil die Hinweise meines geschätzten Lesers aber nicht an mir vorbeigehen, habe ich damit angefangen, die Hitze des Ofens gleich für mehrere Rezepte auf einmal zu nutzen: Damit ist dann zumindest der Grundstein für eine Mahlzeit am nächsten (oder übernächsten Tag) gelegt.Zum Beispiel könnten Sie parallel zu den Karotten für dieses Rezept eine Portion Linsenreis vom Blech in den Ofen schieben (oder einen Topf ganz normalen Reis quellen lassen), oder einen Wirsing-Brotauflauf. Parallel dazu ein paar ganze Knoblauchknollen rösten zur Weiterverarbeitung in Suppen, Dressings oder als Brotaufstrich können Sie sowieso immer. Oft stelle ich auch nur eine ofenfeste Form mit Flaschentomaten aus der Dose, einer Knoblauchzehe und nicht zu wenig Olivenöl auf den Boden meines Ofens. Wenn das „eigentliche“ Gericht aus dem Ofen fertig ist, sind die Tomaten leicht geschrumpft, ihr Saft hat reduziert, der Geschmack ist konzentriert – am nächsten Tag entsteht daraus im Handumdrehen eine Tomatensoße zu Nudeln oder Fisch. Mit minimalem Energieaufwand.ZutatenFür die Suppe: 1,5 kg Karotten 3 EL Rapsöl2 TL Meersalz½ TL gemahlener Kreuzkümmel½ TL Kümmelsaat2 EL Honig2 EL Butter1 Zwiebel1 Liter Gemüsebrühe Für die Croutons:400 g Schwarzbrot50 g Kürbiskerne2 EL Butter1 TL Kümmeletwas Meersalz Zum Servieren:150 ml saure Sahne1 EL Apfelessig2-3 Stängel Dill ZubereitungOfen auf 200 Grad Celsius vorheizen. Gründlich geschrubbte Karotten in ca 5 cm lange Stücke schneiden, in einer Schale mit Öl, Gewürzen, Salz und Honig mischen und dann auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Rösten, bis die Karotten sehr weich und an manchen Stellen braun sind – etwa 50-60 Minuten lang. Nach der Hälfte der Zeit die Karotten einmal umrühren oder wenden.In der Zwischenzeit 2 EL Butter in einem großen Topf zerlassen und die gehackte Zwiebel anschwitzen, bis sie weich und glasig ist. Die gerösteten Karotten und die Brühe dazugeben, alles einmal aufkochen, anschließend die Hitze reduzieren und 15 Minuten lang sanft köcheln lassen, damit die Geschmäcker zusammenkommen. Anschließend gründlich pürieren, bis die Suppe glatt und seidig ist. Sollte die Suppe zu dickflüssig sein, noch etwas Brühe dazugießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.Das Brot in mundgerechte Stücke zerreißen. Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen, die Brotstücke darin unter Rühren anbraten, bis sie außen kross sind, innen aber noch weich. Gegen Ende der Zeit Kürbis und Kümmel dazu geben und mitbraten, bis die Kürbiskerne Knackgeräusche machen. In eine kleine Schüssel geben und mit Meersalz bestreuen.Saure Sahne mit Apfelessig mischen. Dill grob zerrupfen. Suppe auf vier Teller verteilen und jede Portion mit Sauerrahm, den Croutons und Kürbiskernen sowie Dill anrichten.