Außerdem beschäftigen wir uns in dieser Folge mit der Frage: Haben Salzlampen wirklich eine beruhigende Wirkung?Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Was passiert im Kopf, wenn vertraute Überzeugungen plötzlich infrage gestellt werden? Und warum reagieren Menschen auf widersprechende Fakten manchmal mit Abwehr statt mit Einsicht? In dieser Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um den Backfire-Effekt – einen psychologischen Mechanismus, der erklärt, warum Fakten und Korrekturen nicht immer überzeugen. Zu Gast ist der Sozialwissenschaftler Philipp Lorenz-Sprehn von der Technischen Universität Dresden.Wenn Fakten das Weltbild bedrohenDer Backfire-Effekt hängt eng mit dem Konzept der kognitiven Dissonanz zusammen. Diese entsteht, wenn neue Informationen nicht mit dem bestehenden Weltbild vereinbar sind. Da Menschen nach innerer Stimmigkeit streben, werden widersprechende Fakten oft nicht neutral geprüft, sondern als Angriff wahrgenommen. Die Folge kann sein, dass Korrekturen abgelehnt werden – besonders dann, wenn es um Themen geht, die emotional besetzt sind oder Teil der eigenen Identität geworden sind.Lange wurde befürchtet, dass Faktenchecks unter diesen Bedingungen wirkungslos oder sogar kontraproduktiv sein könnten. Die Forschung zeigt heute ein differenzierteres Bild: Der Backfire-Effekt tritt nicht automatisch auf, sondern vor allem dann, wenn der Widerspruch sehr stark ist oder bereits tief verankerte Überzeugungen betrifft.Social Media und die Macht der WiederholungIn sozialen Medien können sich die Bedingungen für einen Backfire-Effekt verstärken. Informationen tauchen dort häufig nicht nur einmal auf, sondern immer wieder. Allein diese Wiederholung sorgt dafür, dass Inhalte vertrauter wirken und damit glaubwürdiger, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Bekanntheit wird so leicht mit Wahrheit verwechselt.Hinzu kommt der soziale Kontext: Menschen orientieren sich stark daran, wer eine Information verbreitet. Vertrauen in bestimmte Personen oder Gruppen kann wichtiger sein als die Faktenlage selbst. In homogenen Online-Gemeinschaften entstehen so geschlossene Deutungsräume, in denen abweichende Informationen schnell zurückgewiesen werden. Der Backfire-Effekt überschneidet sich hier mit gruppendynamischen Prozessen, die Meinungen stabilisieren.Wie man Widerspruch wirksamer machtTrotz dieser Mechanismen zeigt die Forschung: Korrekturen sind nicht sinnlos. Entscheidend ist, wie sie vermittelt werden. Besonders wirksam ist es, Fehlinformationen frühzeitig zu adressieren, bevor sie sich festsetzen. Dieses Vorgehen wird als „Prebunking“ bezeichnet – also das Vorwegnehmen typischer Argumente und Denkfehler.Auch Empathie spielt eine zentrale Rolle. Wer signalisiert, dass er die Perspektive des Gegenübers versteht, senkt die emotionale Abwehr. Fakten haben dann eine größere Chance, gehört zu werden. Der Backfire-Effekt ist damit kein unausweichliches Schicksal, sondern ein Hinweis darauf, wie eng Denken, Emotionen und soziale Zugehörigkeit miteinander verknüpft sind.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.