Außerdem geht es in dieser Folge um die Frage: Wie entsteht Honig und müssen Bienen dafür leiden? Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Andere sind erfolgreicher, schöner, beliebter – zumindest scheint es so, wenn wir durch Feeds scrollen oder Kolleginnen und Kollegen beobachten. Warum wir uns ständig vergleichen, welche Rolle soziale Medien dabei spielen und wann Vergleiche uns schaden, erklärt der Psychologe Dr. Pascal Schlechter von der Universität Münster in dieser Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“. Warum wir uns ständig vergleichenVergleiche sind kein modernes Problem, sondern ein Grundmechanismus menschlichen Denkens. Wer wissen will, wie sportlich, intelligent oder erfolgreich er ist, braucht einen Maßstab. Andere Menschen dienen dabei als natürliche Bezugspunkte. Laut Schlechter erfüllen Vergleiche mehrere Funktionen: Sie helfen bei der Selbsteinschätzung, stabilisieren das Selbstbild und können sogar motivieren, etwa wenn wir uns an jemandem orientieren, der in einem Bereich etwas weiter ist als wir.Neben der Selbstverbesserung spielt auch Selbstaufwertung eine Rolle. Wer sich mit Menschen vergleicht, denen es scheinbar schlechter geht, kann kurzfristig sein Selbstwertgefühl stärken. Gleichzeitig suchen viele gezielt nach Bestätigung für das eigene Selbstbild. Vergleiche sind also nicht per se negativ – sie strukturieren unser soziales Leben und können Lernprozesse anstoßen.Problematisch werden sie erst, wenn sie zentrale Bedürfnisse bedrohen. Etwa dann, wenn eine Kollegin regelmäßig Lob erhält und man selbst sich abgehängt fühlt. Werden solche Vergleiche zum Dauerzustand und kreisen die Gedanken immer um denselben Bereich, kann das zu Neid, Selbstzweifeln und Rückzug führen. Entscheidend ist laut Schlechter, wie flexibel oder rigide Menschen vergleichen – und ob sie ihren Selbstwert an eine einzige Dimension knüpfen.Social Media als VergleichsverstärkerSoziale Medien haben die Vergleichsmöglichkeiten vervielfacht. Mit einem Klick lassen sich Lebensstile, Körperbilder und Karrieren aus aller Welt betrachten. Anders als früher vergleichen wir uns nicht mehr nur mit Nachbarn oder Kolleginnen, sondern mit Influencern, Prominenten und scheinbar perfekten Alltagsinszenierungen.Das Problem: Online sehen Nutzer meist eine kuratierte, idealisierte Version von Realität. Diese verzerrten Darstellungen erhöhen die gefühlte Distanz zwischen dem eigenen Leben und dem der anderen. Studien zeigen, dass vor allem sogenannte aufwärtsgerichtete Vergleiche – also der Blick auf Menschen, die erfolgreicher oder attraktiver erscheinen – mit geringerem Wohlbefinden, mehr depressiven Symptomen und einem negativeren Körperbild zusammenhängen.Das heißt jedoch nicht, dass soziale Medien grundsätzlich schädlich sind. Vielmehr kommt es auf einen reflektierten Umgang an. Wer ohnehin unsicher in Bezug auf den eigenen Körper ist, sollte sich fragen, ob es hilfreich ist, ständig idealisierte Bilder zu konsumieren. Bewusstsein für die eigene Nutzung kann helfen, negative Effekte abzumildern.Raus aus der VergleichsfalleWer merkt, dass Vergleiche zur Belastung werden, sollte zunächst beobachten, wann und mit wem er sich vergleicht. Welche Gefühle entstehen davor und danach? Häufen sich die Gedanken in bestimmten Lebensbereichen? Dieses bewusste Reflektieren gilt als erster Schritt, um automatische Muster zu durchbrechen.Hilfreich kann außerdem ein Perspektivwechsel sein: Statt sich ausschließlich mit anderen zu messen, lohnt der Blick auf die eigene Entwicklung. Der sogenannte temporale Vergleich – also der Vergleich mit dem eigenen früheren Ich – macht Fortschritte sichtbar und relativiert starre Maßstäbe. Ebenso wichtig ist es, den eigenen Wert nicht eindimensional zu definieren. Menschen sind mehr als ihre Karriere, ihr Aussehen oder ihre sportliche Leistung.Akzeptanz spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht alle Voraussetzungen sind gleich verteilt. Manche Unterschiede lassen sich verändern, andere nicht. Wer lernt, beides zu unterscheiden, kann Vergleiche konstruktiver nutzen – als Orientierung oder Motivation, statt als ständige Selbstabwertung.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Vergleichen – gut oder schlecht für uns? - WELT
Ständig vergleichen wir uns mit anderen – im Job, im Freundeskreis, auf Social Media. Doch warum tun wir das eigentlich? Wann motivieren uns Vegleiche und wann machen sie unzufrieden oder sogar krank? Ein Psychologe erklärt, welche Funktionen vergleichendes Denken hat.






