Außerdem beantworten wir eine Hörerfrage: Warum spürt man ein Ziehen im Bauch, wenn man aufgeregt oder nervös ist? Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Mehr leisten, effizienter sein, sich ständig verbessern – der Druck zur Selbstoptimierung ist allgegenwärtig. Selbst freie Zeit versuchen wir möglichst effizient zu nutzen. Doch ausgerechnet das Gegenteil könnte unserem Gehirn guttun. Der britische Neurowissenschaftler und Hirnforscher Dr. Joseph Jebelli zeigt: Bewusstes Nichtstun ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für geistige Leistungsfähigkeit und psychische Gesundheit.Im Podcast „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ erklärt der Hirnforscher, warum echte Ruhephasen unser Denken verbessern und weshalb unser Gehirn unter Dauerbeschäftigung messbar leidet. Was im Gehirn passiert, wenn wir nichts tunWenn wir nicht aktiv an einer Aufgabe arbeiten, schaltet das Gehirn keineswegs ab. Stattdessen wird ein Netzwerk aktiv, das Forschende Default Mode Network nennen. Es umfasst mehrere miteinander verbundene Regionen im Gehirn, darunter den medialen präfrontalen Cortex hinter der Stirn, den posterioren zingulären Cortex, den Präcuneus sowie den Angular Gyrus oberhalb der Ohren.Dieses Netzwerk ist an Prozessen beteiligt, die für komplexes Denken entscheidend sind: Gedächtnis, Kreativität, Problemlösen, Entscheidungsfindung und sogar die Fähigkeit, zukünftige Situationen mental zu simulieren. Studien zeigen: Wenn dieses Ruhenetzwerk regelmäßig aktiviert wird, verbessern sich kognitive Leistungen messbar. Gleichzeitig sinkt das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder neurodegenerative Krankheiten wie Demenz.Dauerstress lässt das Gehirn schneller alternDas Problem: In einer permanent überstimulierten Welt bekommt das Default Mode Network kaum Raum. Selbst vermeintliche Pausen sind häufig gefüllt mit Podcasts, Serien oder Social Media. Doch genau das verhindert echte Erholung.Langfristige Überlastung hinterlässt Spuren im Gehirn. Chronische Überarbeitung kann die Frontallappen ausdünnen, den Hippocampus schrumpfen lassen – eine Region, die zentral für das Gedächtnis ist – und gleichzeitig die Amygdala vergrößern, die für Angst- und Stressreaktionen zuständig ist. Das Gehirn altert dadurch schneller.Auch psychologisch verläuft Überarbeitung in klar erkennbaren Phasen: von anfänglicher Unzufriedenheit über Zynismus bis hin zur emotionalen Abstumpfung. In dieser letzten Phase steigt das Risiko für Angststörungen, Depressionen und Burnout erheblich. Besonders alarmierend: Laut Langzeitstudien kann es bis zu drei Jahre dauern, bis sich ein überlastetes Gehirn vollständig regeneriert.Wie echte Erholung im Alltag gelingen kannDer Neurowissenschaftler rät zu kleinen, realistischen Veränderungen. Schon wenige Minuten bewusstes Nichtstun pro Tag – etwa gedankenverlorenes In-die-Leere-Schauen – reichen aus, um das Ruhenetzwerk zu aktivieren. Regelmäßige Pausen, etwa nach der Pomodoro-Technik, unterstützen diesen Effekt.Besonders wirksam sind kurze Mittagsschläfchen. Menschen, die regelmäßig ein 30-minütiges Nickerchen machen, weisen laut Studien ein größeres Hirnvolumen auf – ein Unterschied von etwa 15 Kubikzentimetern. Auch Zeit in der Natur spielt eine zentrale Rolle. Bereits 20 Minuten täglich im Grünen reichen aus, um messbare Veränderungen in den Gehirnwellen zu bewirken: weg von stressassoziierten Mustern, hin zu ruhigeren, regenerativen Zuständen.Entscheidend ist dabei die Art der Reize. Natürliche Eindrücke wie Wellen, Bäume oder Wolken binden die Aufmerksamkeit mühelos – Psychologen sprechen von „Soft Fascinations“. Smartphones, E-Mails oder grelle Bildschirme dagegen überfordern das Gehirn und verstärken mentale Erschöpfung.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.