PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptFür alle, denen Stollen zu brav ist – italienischer Pfefferkuchen mit schwarzem PfefferVon Katharina JamesVeröffentlicht am 15.12.2025Lesedauer: 3 MinutenPan Pepato, italienischer PfefferkuchenQuelle: WELT Food/Sabrina RadeckPan Pepato ist eine saftige, aromatische Süßigkeit aus Nüssen, Trockenfrüchten und Schokolade, die überall in Umbrien in der Weihnachtszeit gebacken und verschenkt wird. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept, essenziell aber ist schwarzer Pfeffer.Nonna Giuseppina war eine Oma, wie man sie eigentlich nur noch aus Bilderbüchern kennt: grauer Dutt, tiefe Lachfalten um die Augen, Schürze. Meistens traf man sie auf ihrer riesigen überdachten Terrasse mit Blick über den See an, wo sie je nach Jahreszeit gerade Tomaten einmachte, Kräuter trocknete oder Nüsse knackte. Wer sie besuchte, ich tat das gemeinsam mit ihrer Enkelin, ging die 378 Stufen zurück ins Dorf mit gut gefülltem Magen herunter.Lesen Sie auchBesonders lohnte sich das in den Wochen vor Weihnachten, denn dann gab es Giuseppinas Pan Pepato, Pfefferbrot. Diese umbrische Süßigkeit stammt aus der Gegend um die Stadt Terni, im Advent gibt es kaum einen Haushalt, der das Konfekt aus Nüssen, Früchten, Schokolade und Gewürzen NICHT herstellt. Die saftigen Laibe immer dann hervorgeholt, wenn es gerade passt: Eine dünne Scheibe zum Kaffee nach dem Mittagessen, zwei zu einem Glas Dessertwein, nachdem das Geschirr vom Abendessen weggeräumt ist. Pan Pepato ist mächtig und schmeckt intensiv, man nascht es nicht gedankenlos weg, sondern genießt jeden Krümel.Für eine Frau wie Giuseppina begann die Planung schon ein paar Monate vor Weihnachten: Schokolade und Gewürze musste sie kaufen, aber die Trauben und Nüsse hatte sie im Herbst selbst geerntet, gesammelt und getrocknet, den Honig von einem Imker im Ort besorgt. Als sie noch einen Holzofen zum Kochen und Backen verwendete, nahm sie die Nussschalen für das Feuer, mit dem die Pan Pepati gebacken wurden. Da Sie und ich mutmaßlich alle Zutaten im nächsten Supermarkt besorgen, können wir weniger als eine Woche vor Weihnachten anfangen und dürften innerhalb einer Stunde fertig sein.Lesen Sie auchNonna Giuseppina hätte im Traum nicht daran gedacht, weniger als 20 Stück auf einmal herzustellen. Weil Sie mutmaßlich weniger Nichten, Neffen, Cousinen, Postboten und Nachbarn zu beschenken haben, reicht dieses Rezept für sechs Stück. Vier zum Verschenken, zwei zum Behalten. Weniger wollen Sie nicht, vertrauen Sie mir.Zutaten200 g Walnusskerne200 g Mandelkerne200 g Haselnusskerne200 g Rosinen100 g Zitronat100 g Orangeat300 g dunkle Schokolade350 g Honig400g Mehl2 EL ungesüßter Kakao2 TL Zimt2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer½ TL gemahlene Muskatnuss125 ml Rum, Brandy oder Whisky, ersatzweise Kaffee ZubereitungEin Backblech mit Backpapier auslegen. Die Rosinen in einer Schale mit lauwarmem Wasser einweichen. Orangeat und Zitronat sehr fein hacken – am besten geht es im Blitzhacker.Mandeln und Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten. Walnüsse sehr grob hacken - die Stücke sollten in ungefähr so groß sein wie die Haselnüsse und Mandeln.Schokolade im Wasserbad schmelzen, Honig dazugeben und kurz warm werden lassen. In einer großen Schüssel mit Rum, den Gewürzen, abgetropften Rosinen, Nüssen und Mandeln und dem gehackten Zitronat und Orangeat mischen.