Monterrey (dpa) - Nach Deutschland ist mit den Niederlanden die nächste europäische Top-Nation bei der Fußball-WM früh gescheitert. Das Oranje-Team musste sich im Sechzehntelfinale Marokko mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen geschlagen geben und schied damit wie die DFB-Elf frühzeitig aus.Marokko, das vor vier Jahren beim Turnier in Katar als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, trifft nun am Samstag in Houston im Kampf um den Viertelfinaleinzug auf Kanada. Vor 51.243 Zuschauern im mexikanischen Monterrey verwandelte Ismael Saibari den entscheidenden Elfmeter für die Nordafrikaner.Dabei waren die Niederlande fast schon weiter. Ausgerechnet Cody Gakpo hatte die Elftal in Führung gebracht. Der Angreifer vom FC Liverpool, der wenige Tage vor dem Spiel öffentlich gemacht hatte, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war, traf in der 72. Minute. Nach seinem Tor sank Gakpo zu Boden und brach in Tränen aus. Die komplette niederländische Mannschaft bildete eine Spielertraube um den 27-Jährigen, der beim Aufstehen das Trikot über sein Gesicht zog und danach mit dem Finger gen Himmel zeigte.Als alles danach aussah, dass Gakpo in dieser für ihn persönlich so schwierigen Phase zum Matchwinner wurde, gelang Marokko noch der Ausgleich. Zu Beginn der Nachspielzeit köpfte Issa Diop das 1:1 und rettete die Afrika-Meister in die Verlängerung.Oranje etwas defensiverKoeman hatte sein Team nach der eigentlich erfolgreichen Vorrunde mit zwei Siegen und einem Remis etwas überraschend umgestellt und auf ein 3-5-2-System gesetzt. Tijjani Reijnders von Manchester City musste auf die Bank, Micky van de Ven kehrte in die Mannschaft zurück, in der weiter auch Gakpo stand.Der Liverpool-Stürmer hatte sich trotz seines persönlichen Schicksalsschlages dafür entschieden, bei der Weltmeisterschaft zu bleiben. „Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen“, hatte Koeman gesagt. Er habe großen Respekt davor, dass Gakpo bei der Mannschaft geblieben sei. „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“Marokko vor der Pause besserDoch von Gakpo war erst einmal nicht viel zu sehen, das gesamte Oranje-Team tat sich in der hektischen Atmosphäre von Monterrey gegen Marokko zunächst sehr schwer. Zwar hatte die Elftal viel Ballbesitz, die besseren Chancen im ersten Durchgang hatte aber ganz klar Marokko, das vor vier Jahren beim Turnier in Katar als erstes afrikanisches Team überhaupt ein WM-Halbfinale erreicht hatte.Zunächst scheiterte Neil El Aynaoui nach einer Ecke per Kopf am stark reagierenden Bart Verbruggen im niederländischen Tor (20.). Eine Minute später war der Oranje-Keeper gegen Achraf Hakimi zur Stelle. In der Nachspielzeit kam dann zudem Ismael Saibari, dessen Wechsel zu Bayern München offenbar kurz bevorsteht, im Strafraum einen Schritt zu spät.Marokko weiter starkAuch nach dem Seitenwechsel blieben die Marokkaner das gefährlichere Team. Die Mannschaft um PSG-Superstar Hakimi hatte zum WM-Auftakt bereits Brasilien beim 1:1 am Rande einer Niederlage. Auch gegen die Niederlande zeigten die Afrikaner ihre Klasse.Doch die Elftal stand defensiv sehr stabil und schlug 18 Minuten vor dem Ende eiskalt zu. Im Fallen leitete Crysencio Summerville den Ball irgendwie noch zu Gakpo, der wuchtig abschloss. Der Rest waren pure Emotionen. Es war Gakpos neunter Treffer bei einer EM oder WM. Nur der Dennis Bergkamp hat ein Tor mehr.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Marokko steckte jedoch nicht auf. Als alle bereits mit einem Oranje-Sieg rechneten, war Diop zu Beginn der sechsminütigen Nachspielzeit per Kopf erfolgreich. Das Spiel ging in die Verlängerung. Auch dort hatte Marokko die besseren Chancen. Doch Verbruggen parierte überragend gegen Soufiane Rahimi (90.+7)© dpa-infocom, dpa:260630-930-307365/1

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Auch die Niederlande stehen vor einem Scherbenhaufen. Nach dem Aus gegen Marokko fließen Tränen. Trainer Ronald Koeman gerät massiv in die Kritik. Als Nachfolger wird ein…

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