Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die einen beobachten bislang und geben Empfehlungen heraus, die anderen erlassen bereits Verbote: Im Rahmen der andauernden Hitzewelle reagieren Hessens Kommunen unterschiedlich auf den erhöhten Wasserverbrauch. Im südhessischen Langen ist ein Trinkwassernotstand ausgerufen worden. Aktuell werde deutlich mehr Wasser verbraucht, als zur Verfügung stehe, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Mit dem Notstand tritt ein Verbot in Kraft, durch das ab sofort Rasenflächen nicht mehr bewässert, private Schwimmbecken nicht mehr befüllt oder Fahrzeuge nicht mehr mit einem fließenden Wasserstrahl gewaschen werden dürfen. Auch die Bewässerung von Gärten und Grünflächen werden auf zweimal pro Woche reguliert. Einschränkungen gelten zudem auch für Gewerbebetriebe und Vereine.Kein Gießwasser mehr aus Flüssen oder SeenAuch im Vogelsbergkreis soll ein Verbot dabei helfen, die Wasserstände zu stabilisieren. Nach Angaben des Kreisbeigeordneten Patrick Krug ist es ab sofort verboten, aus Bächen, Flüssen und Seen Wasser zu entnehmen. „Gerade die Oberläufe unserer Bäche führen viel zu wenig Wasser und eine Änderung der Situation ist nicht in Sicht“, so Krug. Das Verbot betrifft die Bewässerung von Gärten genauso wie jene von Wiesen und Feldern. Verstöße können den Angaben zufolge mit einem Bußgeld geahndet werden. Auch in Darmstadt plant man nach Informationen eines Sprechers der Stadt „gegen Ende der laufenden Woche mit einer Allgemeinverfügung“, um die Wasserentnahme aus Gewässern zu beschränken. Weitere Regelungen würden nicht erlassen. Man appelliere an die Bevölkerung, mit Wasser sorgsam umzugehen, hieß es. Sensibilisierung für einen sorgsamen Umgang mit WasserressourcenÄhnlich hält es etwa auch die Stadt Offenbach am Main: Die Trinkwasserampel des zuständigen Wasserversorgers stehe derzeit auf Gelb, so eine Stadtsprecherin. Neben etwa dem Bewässern von Rasen wird davon abgeraten, Terrassen, Wände oder Dächer abzuspritzen. Drastischere Vorgaben würden erst gelten, wenn die Ampel auf Rot springt.Die Stadt Gießen setzt darauf, die Menschen ganzjährig für einen sorgsamen Umgang mit Trinkwasser zu sensibilisieren. Nach heutigem Stand erwarte man keinen kritischen Stand der Versorgungslage und rufe nicht explizit zum Wassersparen auf, so eine Sprecherin der Stadt. Ähnlich äußert sich die Stadt Kassel auf Anfrage. Derzeit bestehe noch keine Notwendigkeit, die erlaubnisfreie Wasserentnahme aus Bächen zu verbieten, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung mit. Wann Kommunen den Verbrauch begrenzen dürfenGrundsätzlich ist Wasser ein Allgemeingut, das von allen genutzt werden darf. Das Recht auf Versorgung mit Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Beabsichtigt also eine Kommune, die Wassernutzung einzuschränken, ist die zwingende Voraussetzung, dass das Wasser knapp werden könnte, hatte Rechtsanwalt Olaf Dilling der Deutschen Presse-Agentur in der vergangenen Woche erklärt. Die getroffenen Maßnahmen müssten zudem dazu geeignet sein, diese Gefahr abzuwehren.© dpa-infocom, dpa:260624-930-272091/1

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