Da beim Trinkwasserverbrauch in den nächsten Tagen mit „Rekordwerten“ zu rechnen ist, bittet die Mainzer Netze GmbH die Kunden, „mit dieser kostbaren Ressource sparsam und bewusst umzugehen“, wie das zum Stadtwerke-Konzern gehörende Unternehmen mitteilt. Der Gesamtbedarf im Versorgungsgebiet, in dem rund um Mainz etwa 270.000 Menschen ans Netz angeschlossen seien, werde normalerweise durch drei hochleistungsfähige Wasserwerke gedeckt: nämlich an den Standorten Eich bei Worms, Hof Schönau und Rheininsel Petersaue. Aktuell sollte jedoch darauf verzichtet werden, eigene Pools und Planschbecken zu Hause aufzufüllen oder großflächig Gärten respektive Rasenflächen zu bewässern.Für einzelne Hochbeete oder ein Gemüsegärtchen gilt diese Bitte trotz anhaltender Hitze aber nicht. Kleinere Wassermengen, die etwa zum Blumengießen verwendet werden können, lassen sich nach Angaben der Spezialisten durchaus nebenher im Haus und vor allem in der Küche „gewinnen“: So könnten etwa abgekochtes Wasser oder überschüssiges Spülwasser, wenn es nicht stark verunreinigt sei, noch den Pflanzen zugutekommen. Nicht mehr benötigte Getränke, wie kalter Tee oder Kaffee, ließen sich ebenfalls leicht in der Natur verteilen. Davon, etwa über Nacht eine größere Grünfläche zu bewässern, raten die Fachleute dagegen derzeit dringend ab.Aufgrund der schon länger andauernden Niedrigwasserphase liefen erste Brunnen des Wasserwerks Petersaue trocken, heißt es in der Mitteilung der Netze GmbH. Die Anlagen auf der Rheininsel seien deshalb momentan nur eingeschränkt verfügbar. Die dort übliche Nutzung des Uferfiltrats führe dazu, dass bei niedrigem Wasserstand auch die Fördermenge reduziert werden müsse. Um auch bei solchen Schwankungen zuverlässig Trinkwasser für die Region anbieten zu können, hat die Stadtwerke-Gruppe in den vergangenen Jahren regelmäßig viele Millionen Euro in die Instandhaltung der Anlagen und die Modernisierung der Netze gesteckt.Allein die Brunnen von Hof Schönau können laut Betreiber im besten Fall gut 1600 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde fördern, was einer Menge von circa 8000 Badewannen entspreche. Um das „Lebensmittel Nummer 1“ jederzeit an alle Haushalte der Großregion bringen zu können, werden die Trinkwasserleitungen laut Stadtwerken beständig erweitert und erneuert.