Darmstadt und München rufen die Bürger dazu auf, den Rasen nicht mehr zu wässern und den Pool leer zu lassen. In Mainz sind die ersten Trinkwasserbrunnen trockengefallen. Etliche Landkreise verbieten, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen, selbst wenn es nur ein Eimer ist. Ist das Wasser wirklich so knapp?Tatsache ist: Bereits der Winter 2025/2026 war zu trocken, wie Experten vom Forschungszentrum Jülich berichten. Das Frühjahr war nicht nass genug, um die Böden bis in die Tiefe zu durchfeuchten und die Grundwasserspeicher flächendeckend aufzufüllen. Der Boden- und Grundwasserdürreindex der NASA zeigt seit Mitte Juni außergewöhnlich trockene Böden und niedrige Grundwasserstände von Ostfrankreich über Süd- und Ostdeutschland, Polen und Tschechien bis in die Ukraine.Auf diese trockenen Böden trifft die aktuelle Hitzewelle. Die warmen Luftmassen liegen wie eine Glocke über Mitteleuropa und verhindern, dass sich Wolken bilden und es regnen kann. Zudem fehlt bei trockenen Böden der Kühleffekt des Wassers, was die Hitze verschärft. Die Bäume, Sträucher, die Pflanzen, die gesamte Vegetation verbraucht mehr Wasser, in der Folge sinken die bodennahen Grundwasserstände weiter. Was das aus der Perspektive der Wasserversorgung bedeutet, erklärte Stefan Kollet vom Forschungszentrum Jülich gegenüber dem Science Media Center: „Auch 2026 verlängert sich die Stresssituation, in der sich die Grundwasserbewirtschaftung seit vielen Jahren befindet.“Thomas Riedel vom IWW Institut für Wasserforschung in Mülheim an der Ruhr hält Wassersparen grundsätzlich für sinnvoll. Zwar gebe es aktuell nur wenige Probleme in der Wasserversorgung. Aber, so sagte er gegenüber dem Science-Media-Center: „Sollte die Trockenheit anhalten, dann wird es im Spätsommer sicherlich Regionen geben, in denen die Wassernutzung eingeschränkt werden könnte.“Zudem könnten die Wasserversorger an eine technische Grenze stoßen, berichtet der Leiter des Dürremonitors am Helmholzzentrum für Umweltforschung, Andreas Marx. „Wasser wird schneller nachgefragt, als durch die technische Infrastruktur gefördert werden kann.“ Im schlimmsten Fall führe das dazu, dass Haushalte zeitweilig nur noch eingeschränkt versorgt werden können.
Was die aktuelle Hitze für das Grundwasser bedeutet
Kürzer duschen, keine Planschbecken: Städte und Landkreise fordern in der aktuellen Hitzewelle zum Wassersparen auf. Wissenschaftler schätzen die Lage als entspannt ein – noch.













