Pohorelice (dpa) - Deutsche und Tschechen haben gemeinsam der Opfer der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Rund 1.300 Menschen nahmen nach Angaben der Veranstalter an einem Versöhnungsmarsch teil, der am Ort eines Massengrabs in Pohorelice, rund 25 Kilometer südlich von Brünn (Brno) begann. „Die Gräber, an denen wir heute symbolisch stehen, sind Zeugen tiefen Leids“, sagte der aus Deutschland angereiste Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.Der CSU-Politiker lobte die Initiatoren der Veranstaltung vom Dialogfestival „Meeting Brno“: „Ihr seid wahre Brückenbauer“, betonte der 55-Jährige. Versöhnung brauche Mut und die Bereitschaft, zuzuhören. Es gehe nicht darum, Schuld gegeneinander aufzurechnen. „Die europäische Freundschaft ist das Bollwerk gegen jeden neuen Nationalismus“, betonte Dobrindt. Überschattet wurde die Veranstaltung von vereinzelten Gegenprotesten. Die Polizei war unter anderem mit einem Anti-Konflikt-Team vor Ort. Ein Gedenkstein am Massengrab wurde von unbekannten Tätern mit Hakenkreuz-Schmierereien verschandelt.Erster Sudetendeutscher Tag in BrünnDas Dialogfestival „Meeting Brno“ hat in diesem Jahr die Sudetendeutsche Landsmannschaft in die zweitgrößte tschechische Stadt eingeladen. Der Vertriebenenverband veranstaltet sein Pfingsttreffen, den Sudetendeutschen Tag, erstmals in Tschechien. Die Vertreibung sei Unrecht gewesen, „wie jede Kollektivschuld“, sagte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, in Pohorelice. Er rief dazu auf, daraus Lehren zu ziehen und einer Zukunft der Menschenrechte und der Freiheit den Weg zu bereiten.Tschechische Regierungsmitglieder blieben der Gedenkveranstaltung fern. Das Abgeordnetenhaus hatte sich in einer Entschließung mehrheitlich gegen die Abhaltung des Sudetendeutschen Tags in Tschechien ausgesprochen.Weg in umgekehrter RichtungDer Versöhnungsmarsch, auf Tschechisch Versöhnungs-Pilgerweg (pout smireni) genannt, folgt in umgekehrter Richtung dem sogenannten „Brünner Todesmarsch“: Im Mai 1945 wurden rund 27.000 deutschsprachige Bewohner Brünns zur österreichischen Grenze getrieben. Mehr als 2.000 Menschen, überwiegend Frauen, Kinder und Ältere, überlebten die Strapazen nicht. Manche Schätzungen sprechen sogar von mehr als 5.000 Toten.Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der nationalsozialistischen Besatzung wurden insgesamt rund drei Millionen Sudetendeutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Die meisten fanden in der Bundesrepublik und der damaligen DDR eine neue Heimat. Hauptaufnahmeländer waren Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.© dpa-infocom, dpa:260523-930-120300/1

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Bewegende Worte an einem Massengrab und ein Marsch gegen das Vergessen: Wie Deutsche und Tschechen mit einer Wanderung von Pohorelice nach Brünn (Brno) für eine gemeinsame Zukunft…

Der erste Sudetendeutsche Tag auf tschechischem Boden sorgt für heftige Debatten. Für viele ist das erst recht ein Grund, zum Versöhnungsmarsch nach Brünn zu kommen.

Brünn (dpa) - Der Sudetendeutsche Tag erreicht am Sonntag ab 11.00 Uhr mit dem Haupttreffen auf dem Messegelände in Brünn (Brno) seinen Höhepunkt. Das traditionelle Pfingsttreffen…

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Die einst Vertriebenen und ihre Nachkommen treffen sich in der verlorenen Heimat. Das ist in Tschechien nicht unumstritten. Kein einfaches Parkett für den bayerischen…

Erstmals seit 1950 findet der Sudetendeutsche Tag in Tschechien statt - als Zeichen der Annäherung. Doch das Treffen ist umstritten - die Prager Regierung bleibt fern. Kein…

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Erstmals haben die Sudetendeutschen ihr Jahrestreffen in Tschechien abgehalten. Mit dabei auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Doch nicht jeder in Tschechien teilt die…