„Der Osten oder das verscherzte Vertrauen“ stand über der Gesprächsrunde, die lange vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geplant wurde. Zitiert wird in der Überschrift Bertolt Brecht, der nach dem 17. Juni 1953 mit dem Satz „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ die Situation ad absurdum führte.
Vorausgegangen war, dass der Sekretär des Schriftstellerverbandes in der Berliner Stalinallee ein Flugblatt verteilen ließ, in dem zu lesen war, das Volk habe – durch den Aufstand – das Vertrauen der Regierung verloren und es könne dieses nur durch verdoppelte Arbeit zurückgewinnen. Brechts dialektische Umkehrung greift scheinbar bis heute. Es zeigen sich deutliche Parallelen zwischen dem Unverständnis und der Wut der DDR-Führung auf die eigenen Bürger und der Reaktion der CDU-Spitze auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt. Sie lieferten am 9. September den konkreten Anlass, auf Schloss Ettersburg über Fehlentwicklungen und falsche Versprechen im Großen und Kleinen zu reden.
Dieter Althaus, ehemaliger Thüringer Ministerpräsident, wurde zum jüngsten Landesparteitag der Thüringer CDU zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dennoch hat er einen kritischen Blick auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen im Land.












