Die AfD hat in Sachsen-Anhalt einen haushohen Wahlsieg eingefahren. Ihr Ziel einer absoluten Mehrheit, um ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu machen, haben die Ultrarechten zwar verfehlt. Doch die Hoffnung, dass sie eventuell mit Unterstützung des BSW oder Überläufern aus der CDU doch die Regierung stellen, haben die Blauen noch nicht aufgegeben und offenbar auch die Personalplanungen dafür vorangetrieben.Einem Medienbericht zufolge könnte dies auch den langjährigen CDU-Spitzenpolitiker Peter Kurth betreffen. Der frühere Finanzsenator der CDU in Berlin sei als Staatssekretär einer AfD-Regierung in Magdeburg vorgesehen, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf mit Personalfragen befasste Quellen in der Partei.Kurth sei am ehesten für Wirtschaft und Finanzen vorgesehen, je nachdem, wie die Ministerien verteilt würden, heißt es dem Bericht zufolge aus der AfD, die in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Für die verschiedenen Szenarien gebe es Personaltableaus – je nachdem, welche Posten das BSW oder Überläufer der CDU haben wollten. Kurth war unter Diepgen von 1999 bis 2001 Finanzsenator in Berlin Das Magazin schreibt weiter, Kurth habe auf Anfrage mitgeteilt, von den Überlegungen noch nichts zu wissen. Er sei kein Mitglied der Partei. Zuletzt war Kurth jedoch gern gesehener Gast bei der AfD, auch bei öffentlichen Veranstaltungen. So war er etwa bei der Wahlparty der Partei in Brandenburg 2024, genau wie vergangenen Sonntag in Magdeburg.Kurth war von 1999 bis 2001 Finanzsenator in Berlin – unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Seine Amtszeit endete im Juni 2001 im Zuge des Berliner Bankenskandals. Er wechselte danach in die Wirtschaft und wurde 2008 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Dort wurde er 2024 fristlos entlassen.Damals war bekannt geworden, dass Kurth zu einem Sommerfest in seiner Wohnung mindestens sieben AfD-Politiker eingeladen hatte. Auch der neurechte Verleger Götz Kubitschek und zahlreiche Aktivisten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB) wie Martin Sellner waren dabei zu Gast gewesen.Ende 2023 trat Kurth nach Angaben der Partei aus dem Kreisverband Pankow der Berliner CDU aus. Anschließend wollte er in einem anderen Kreisverband wieder Mitglied werden – es ist unklar, ob das seitdem geschehen ist.„Spiegel“-Recherchen hatten weitere enge Verbindungen Kurths zur „Identitären Bewegung“ aufgedeckt. Der 66-Jährige soll zum einen zwischen 2019 und 2022, als er noch CDU-Mitglied war, rund 240.000 Euro an Firmengeflechte der Bewegung überwiesen haben. Zum anderen gründete er mit einem verurteilten IB-Gewalttäter einen Kampfsportverein.Kurth finanzierte zudem ein Immobiliengeschäft dreier Terrorverdächtiger mit 100.000 Euro. Sie zählten zu den „Sächsischen Separatisten“, die laut Bundesanwaltschaft mit Waffengewalt einen NS-Staat errichten wollten und deswegen aktuell vor Gericht stehen. Kurth bestätigte das 2024 überwiesene Darlehen, von der Gruppe will er aber nichts gewusst haben. (lem)