Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung gewonnen. Laut dem vorläufigen Endergebnis kommt die Partei mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) auf 43,8 Prozent. Die anvisierte absolute Mehrheit verfehlte sie damit.Die CDU landete mit 17,2 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Rang. SPD und Bündnis 90/Die Grünen konnten ihr Ergebnis mit 9,3 Prozent beziehungsweise 8,9 Prozent gegenüber der vorherigen Landtagswahl leicht verbessern. Die Linke fährt ein für das Bundesland historisch schlechtes Ergebnis ein, schafft es mit 8,6 Prozent aber dennoch sicher in den Landtag. Auch das BSW wird mit 5,3 Prozent dort vertreten sein. Die FDP (2,6 Prozent) scheidet hingegen aus dem Parlament aus.

Rekord-WahlbeteiligungMit 77,8 Prozent war die Wahlbeteiligung so hoch wie noch nie bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 2021 hatten 60,3 Prozent der Wähler und Wählerinnen ihre Stimme abgegeben. Knapp 1,7 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.

Die bisher regierende Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit am Ende, Regierungschef Sven Schulze (47) und sein Kabinett bleiben jedoch bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten geschäftsführend im Amt.

Die AfD hatte vor der Wahl das Ziel einer Alleinregierung ausgegeben – das verpasst sie aber laut dem vorläufigen Endergebnis. Die sonstigen Regierungsoptionen sind kompliziert.Siegmund bringt Neuwahlen ins SpielDie AfD sieht den Regierungsauftrag klar bei sich. Spitzenkandidat Siegmund sagte, „selbstverständlich“ werde er auch mit nur einer Stimme mehr regieren – entgegen seiner Ankündigung im Wahlkampf, nur mit stabiler Mehrheit regieren zu wollen. Zugleich sagte Siegmund, er sehe aktuell keine Partner für eine Koalition. Er wisse aber nicht, was in den nächsten Tagen passiere. „Ich weiß ja nicht, ob es einzelne Abgeordnete gibt, die sagen: ›Jetzt ist Schluss, jetzt spiel’ ich das hier nicht mehr mit‹.“ Da könne noch viel passieren.