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Claus Kleber war am 11. September 2001 ARD-Korrespondent in Washington, D. C. und berichtete in Liveschalten von den Anschlägen. Im Arbeitszimmer seiner Berliner Wohnung, wo das Gespräch stattfindet, hängen zwei gerahmte Bilder: eine berühmte Aufnahme von unbeteiligten Passanten vor den brennenden Türmen und die Titelseite der »New York Times« vom 11. September – die letzte vor dem Terrorangriff.
DIE ZEIT: Herr Kleber, wenn Sie an 9/11 denken – welches Bild kommt Ihnen als Erstes in den Sinn?
Claus Kleber: Das war ein Augenblick spät am Nachmittag des 11. September. Ich war seit vielen Stunden eingeschlossen in Studio und Schneideräumen, habe pausenlos berichtet. Ich musste einen Moment da raus. Das ARD-Studio liegt an einer Hauptschlagader des Verkehrs ins Regierungsviertel – morgens rein, abends raus –, dreispurig. Ich riss die Tür auf – und da war kein Verkehr. Da war nur noch Stillstand – Richtung raus, auf allen sechs Spuren. Das hatten die Menschen einfach so entschieden. Sie wollten weg. Was ich direkt vor mir sah, waren die bleichen Gesichter von Menschen, denen die Regierung praktisch gesagt hatte: Schaut, dass ihr nach Hause kommt. Niemand kann euch garantieren, dass euer Büro nicht das nächste Ziel ist. Vielleicht sollt ihr heute sterben. In der Luft hing der Brandgeruch von der Maschine, die auf das Pentagon gestürzt war. Vor dem Kapitol wurden Regierungsmitglieder per Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Nur die wichtigsten Köpfe. Die, die zurückgelassen wurden, stimmten die Nationalhymne an, einfach, um irgendwas zu tun.












