Nach der Kontroverse um die Entstehung von OpenAIs Navier-Stokes-Beweis erhebt nun ein weiterer Mathematiker Vorwürfe gegen das Unternehmen. Andreas Thom, Professor für Geometrie an der TU Dresden, äußert den Verdacht, dass unveröffentlichte Forschungsinhalte aus seinen ChatGPT-Unterhaltungen in das Training von OpenAI-Modellen eingeflossen seien. Damit könnten sie möglicherweise zu einem anderen mathematischen Durchbruch beigetragen haben, den OpenAI Anfang August vorgestellt hat.
Eine interne Version von Astra hatte nach Angaben des Unternehmens erstmals eine zentrale Frage der Gruppentheorie beantwortet. Der Beweis baut wesentlich auf früheren Arbeiten des Mathematikers Gábor Kun vom Alfréd-Rényi-Institut in Budapest sowie auf gemeinsamen Arbeiten von Kun und Thom auf. Thom machte stutzig, dass Astra ausgerechnet diese Forschungsrichtung verfolgte, obwohl sie seiner Darstellung zufolge nicht als naheliegendster Lösungsweg galt.
Thom fordert Transparenz über Datennutzung
Wie Thom auf Mastodon schreibt, hatte er zuvor über Monate hinweg mit einem Kollegen in Dresden aktiv mit ChatGPT über laufende Forschungsfragen gesprochen. Nach OpenAIs August-Ankündigung fragte Thom die OpenAI-Forscher Mark Sellke und Sébastien Bubeck deshalb nach zwei Möglichkeiten: Zum einen wollte er wissen, ob Inhalte dieser Gespräche in Trainingsdaten eingeflossen waren, zum anderen, ob die Gespräche dem KI-System während der Suche nach dem Beweis zugänglich gewesen seien. Sellke antwortete laut Thom lediglich: „Was Ihre Gespräche mit ChatGPT betrifft: Das ist nicht passiert.“














