Nach dem haushohen Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Wochenende richten sich die Blicke gespannt auf die Abstimmungen zum Abgeordnetenhaus in Berlin und dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. Auch im Nordosten führten die Ultrarechten mit ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm in Umfragen lange deutlich vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die bisher zusammen mit den Linken regiert.Einer aktuellen Insa-Befragung für den Neubrandenburger „Nordkurier“ zufolge verringern die Sozialdemokraten jetzt den Abstand auf die AfD weiter. Die SPD erreicht darin 33 Prozent der Stimmen, das sind vier Prozentpunkte mehr als in der vor vier Wochen veröffentlichten Insa-Umfrage für die Zeitung. Die AfD bleibt unverändert bei 36 Prozent.Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte die SPD in einer Befragung von Infratest dimap den Abstand zur AfD auf drei Prozentpunkte verkürzt. In einer nur einen Tag zuvor veröffentlichten Forsa-Erhebung lag der Vorsprung der Rechtspopulisten allerdings bei neun Punkten. Schwesig kritisiert Merz wiederholt scharf Insgesamt konnte Schwesigs SPD im Nordosten allerdings deutlich Boden gutmachen. Die Fokussierung auf die Spitzenkandidatin und ihren Amtsbonus scheint sich auszuzahlen. Die SPD-Politikerin ist zuletzt auch wiederholt bundesweit in Erscheinung getreten und forderte unter anderem deutliche Änderungen an dem Rentenpaket der schwarz-roten Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Einem Medienbericht zufolge soll sie den CDU-Chef nach der Sachsen-Anhalt-Wahl im Präsidium der SPD scharf attackiert haben.Der stark polarisierte Wahlkampf im Nordosten hat Folgen für die CDU, wie auch die aktuelle Umfrage zeigt. Sie verliert im Vergleich zur vorherigen Umfrage drei Prozentpunkte und käme nur noch auf sieben Prozent. Ein solches Wahlergebnis wäre ihr bundesweit schlechtestes seit Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg. In Sachsen-Anhalt war sie auf gut 17 Prozent abgestürzt.Die Linke verharrt demzufolge bei elf Prozent. Die Grünen müssten mit unverändert fünf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bleibt ebenfalls bei vier Prozent und wäre bei einem solchen Ergebnis nicht im Parlament vertreten. Rot‑Rot‑Grüne Koalition unter Umständen möglich Der aktuellen Umfrage zufolge würde es für eine Neuauflage der rot-roten Koalition in Schwerin nicht reichen. Bei einem Einzug der Grünen in den Landtag könnte Schwesig aber an der Spitze eines Dreierbündnisses mit ihnen im Amt bleiben.Bei der Landtagswahl 2021 waren die Sozialdemokraten mit 39,6 Prozent noch stärkste Kraft geworden. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent der Stimmen.Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschern die Gewichtung der erhobenen Daten.Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.
AfD mit drei Punkten vorne: Schwesig holt mit SPD in Mecklenburg-Vorpommern in weiterer Umfrage auf
Die Sozialdemokraten verringern im Nordosten vor der Wahl am 20. September den Abstand zu den Ultrarechten mit Spitzenkandidat Holm. Der CDU droht nach Sachsen-Anhalt ein weiteres Debakel.











