Nur noch wenige Wochen sind es, bis in Sachsen-Anhalt der neue Landtag bestimmt wird – und die AfD unter ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund darf dort weiter auf einen großen Erfolg hoffen. Die Ultrarechten liegen auch in einer neuen Umfrage weiter mit großem Abstand vorn.Im aktuellen „Sachsen-Anhalttrend“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD weiter auf 41 Prozent und baut damit in dieser Erhebung ihren Vorsprung auf die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze sogar aus.Die Union rutscht im Vergleich zur letzten Befragung im Mai zwei Prozentpunkte ab und kommt auf 24 Prozent.Es folgen die Linke mit 13 Prozent und die SPD mit sieben Prozent. Auch die Grünen haben mit fünf Prozent eine Chance zum Einzug in den Landtag. Dagegen würde das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die noch mitregierende FDP wird wegen ihrer niedrigen Werte nicht einzeln ausgewiesen.Die Ergebnisse der Umfrage fünf Wochen vor der Wahl für den Landtag in Sachsen-Anhalt:AfD 41 Prozent (+/-0)CDU 24 (-2)Linke 13 (+1)SPD 7 (+/-0)Grüne 5 (+1)BSW 4 (+/-0)Sonstige 6 (+/-0)Wie viele Parteien letztlich in den Landtag einziehen, hat großen Einfluss auf die künftigen Machtverhältnisse in Magdeburg. SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hatte gerade im Tagesspiegel auf langfristige Sicht Zweifel am Sinn der Fünf-Prozent-Hürde geäußert.Bei dem Ergebnis der aktuellen Umfrage käme die AfD nicht auf eine absolute Mehrheit der Mandate. Die AfD strebt in dem Bundesland mit seinen gut 2,1 Millionen Einwohnern eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland mit Siegmund einen Ministerpräsidenten stellen.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Sollte die AfD ihr Ziel verfehlen, wird eine Regierungsbildung vermutlich schwierig. Mehrheiten könnte die CDU nur gemeinsam mit SPD und Linken oder der AfD organisieren. Die Landes-CDU hat allerdings bekräftigt, weder mit der Linken noch der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Potenzielle CDU-Bündnisse mit der Linken oder der AfD stoßen in Sachsen-Anhalt auch in der Bevölkerung mehrheitlich auf Skepsis.Zuletzt hatten die unklaren Mehrheitsverhältnisse die Diskussion über die sogenannte Brandmauer zu den Ultrarechten angeheizt.Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD und CDU nach der jüngsten Umfrage nahezu gleichauf. Die AfD erfährt 44 Prozent Zustimmung. 43 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die CDU die nächste Landesregierung anführt.Der Umfrage zufolge wächst die Unzufriedenheit mit der Landesregierung aus CDU, SPD und FDP weiter. Nur noch 29 Prozent der Befragten sind mit der Regierungsarbeit sehr zufrieden oder zufrieden. AfD liegt auch bei Parteienkompetenz weit vorne Der 46-jährige CDU-Spitzenkandidat Schulze kann seine Bekanntheit zwar deutlich steigern, doch nur 29 Prozent sind mit ihm zufrieden. Auch der 35-jährige AfD-Herausforderer Siegmund ist von einer mehrheitlich positiven Bewertung weit entfernt. Mit ihm sind 35 Prozent zufrieden. Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, spricht während eines Interviews. © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert Schulze kündigte am Donnerstag eine engere Zusammenarbeit zwischen den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an. „Gerade bei den Themen, die die Menschen in Ostdeutschland besonders betreffen, werden wir künftig viel häufiger gemeinsam auftreten und unsere Interessen mit einer starken Stimme in Berlin vertreten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Deutlich vorn liegt die AfD auch bei der Frage nach der Parteikompetenz. 36 Prozent und damit fünf Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Umfrage trauen der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben in Sachsen-Anhalt zu lösen. Die CDU folgt mit 16 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als beim letzten Mal.Zuletzt hatten sich Wirtschaftsvertreter wiederholt besorgt über eine mögliche Regierungsverantwortung der AfD in dem Bundesland geäußert. Würden die Rechtspopulisten ihr Wahlprogramm umsetzen, hätte das verheerende wirtschaftliche Folgen, wie auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigte.Zudem machte die AfD in Sachsen-Anhalt mehrfach Schlagzeilen. Zuletzt gab es Vorwürfe gegen Landtagskandidaten wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Neonazi-Szene.Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.
Umfrage in Sachsen-Anhalt: AfD liegt wenige Wochen vor Wahl bei 41 Prozent und baut Vorsprung auf CDU aus
Am 6. September wird der neue Landtag von Magdeburg gewählt. Die Ultrarechten dürfen auf einen klaren Sieg hoffen. Sogar eine absolute Mehrheit der AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Siegmund ist möglich.















