In wenigen Wochen stehen im Osten richtungsweisende Landtagswahlen an. In Mecklenburg-Vorpommern wird wie in Berlin am 20. September gewählt – und die AfD kann wohl mit guten Ergebnissen rechnen. Bereits zwei Wochen zuvor, am 6. September, sind die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt aufgerufen, über das neue Landesparlament in Magdeburg abzustimmen.Dort macht sich die AfD Hoffnung, mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund erstmals einen Ministerpräsidenten zu stellen – die Partei wird in dem Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.Bundesweit stößt die Möglichkeit, dass die Ultrarechten eine Regierung führen könnten, einer Umfrage zufolge auf breite Ablehnung. Wie das am Donnerstag veröffentlichte „Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zeigt, sprechen sich 64 Prozent der Wählerinnen und Wähler in der Bundesrepublik dagegen aus. Zustimmung für Merz fällt auf Tiefstwert Im Westen der Bundesrepublik liegt die Ablehnung bei 66 Prozent, im Osten bei 53 Prozent. Bundesweit halten 23 Prozent einen AfD-Ministerpräsidenten für dagegen gut, elf Prozent wäre es egal.Eine Mehrheit von 60 Prozent rechnet dem „Politbarometer“ zudem damit, dass es in dem jeweiligen Bundesland zu einer schlechteren Politik führen würde, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten demnach eine bessere Politik, ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied.Angesichts der seit Längerem anhaltend guten Umfragergebnisse der AfD, die bundesweit teils deutlich vor CDU/CSU liegt, wird weiter intensiv über die „Brandmauer“ diskutiert. Die CDU unter ihrem Parteichef und Kanzler Friedrich Merz, lehnt eine politische Zusammenarbeit mit den von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführten Ultrarechten bislang ebenso grundsätzlich ab. Dies halten 61 Prozent der Befragten für richtig, 37 sind anderer Meinung.Für die Darstellung des Podcasts aktivieren Sie bitte „externe Inhalte“. Sie können den Podcast auch auf Spotify, Apple Podcasts oder der Podcast-Plattform Ihrer Wahl hören.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Auch für eine Zusammenarbeit mit der Linken gibt es einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Hier befürworten nur 34 Prozent die Abgrenzung der CDU, während sie 62 Prozent für nicht richtig halten.In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 Prozent weiter deutlich vor der Union mit 22 Prozent. Beide verlieren jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Umfrage Ende Juli. Die SPD bleibt bei zwölf Prozent, die Grünen legen einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zu. Die Linke würde unverändert zwölf Prozent erhalten, wenn schon am Sonntag Bundestagswahl wäre.Die FDP käme weiter auf vier Prozent und wäre wie das BSW, das nicht einzeln ausgewiesen wurde, weiterhin nicht im Bundestag vertreten. Sonstige Parteien kommen zusammen auf acht Prozent, darunter ist keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit.Die schlechten Werte der Union betreffen auch den CDU-Chef persönlich. Denn Merz verliert dem „Politbarometer“ zufolge weiter an Zustimmung bei den Bürgerinnen und Bürgern. Bei der Frage „Was halten Sie von?“ auf einer Skala von +5 bis –5 auf einen Wert von minus 1,9 – ein persönlicher Tiefstwert. Ende Juli war der Kanzler bei der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Befragung noch mit minus 1,5 bewertet worden.Der Umfrage zufolge gibt es auch große Zweifel am Rückhalt für Merz in den eigenen Reihen. 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der Unionsanhänger, glauben, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht.Das Politker-Ranking führt weiter Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einem Wert von 1,3 an. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil befindet sich mit unverändert minus 0,6 im Negativbereich. Schlusslicht der Top-Ten-Liste ist Weidel mit minus 2,5. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten zufolge die Gewichtung der erhobenen Daten.Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.