Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der Brics-Staaten an diesem Wochenende in Neu-Delhi treffen, wird ein Thema besonders aufmerksam verfolgt. Wann startet der große Angriff auf den US-Dollar? Von einer gemeinsamen Brics-Währung ist bisher nicht die Rede. Stattdessen geht es um etwas weniger Spektakuläres, aber möglicherweise Weitreichenderes: mehr Handel in den eigenen Währungen, alternative Zahlungssysteme, Wettbewerb der Währungen und eine alternative Finanzinfrastruktur.
Das Ziel der Brics ist nicht, den Dollar von heute auf morgen als Weltleitwährung abzulösen. Vielmehr soll die Rolle des Dollars schrittweise zurückgedrängt werden – besonders dort, wo seine Verwendung aus Sicht der Mitgliedstaaten nicht notwendig ist. Gerade dieser pragmatische Ansatz könnte langfristig wichtiger als die immer wieder diskutierte Idee einer gemeinsamen Brics-Währung sein.
Washingtons Superwaffe: Der US-Dollar
Der Hintergrund der Debatte ist die außergewöhnliche Stellung des US-Dollars im internationalen Finanzsystem. Ein großer Teil des Welthandels, der internationalen Kreditvergabe, der Rohstoffgeschäfte und der Devisenreserven wird in Dollar abgewickelt. Wer Dollar benötigt, ist deshalb in der Regel auch auf die Infrastruktur des westlich dominierten Finanzsystems von Wallstreet bis Weltbank angewiesen.














