Kaum ein Begriff wird im Zusammenhang mit den Brics-Staaten so häufig bemüht – und so selten präzise gefasst – wie „Dedollarisierung“. Oftmals könnte man geradezu an ein abruptes Ende der Dollar-Dominanz in der Finanzwelt denken. Ein Blick in die offiziellen Dokumente des Bündnisses ergibt jedoch ein deutlich nüchterneres Bild. Es geht nicht um einen Bruch, sondern um einen schrittweisen Umbau der Handels- und Finanzbeziehungen zwischen den Mitgliedstaaten.
Der Brics-Rat in Russland bringt es in einer neuen Analyse auf den Punkt: Man solle die Bewegung des Bündnisses nicht als Versuch verstehen, den Dollar kurzfristig von der Weltbühne zu verdrängen, sondern als eine Strategie des „praktischen Graduierens“ – also eine evolutionäre Entwicklung, die auf den verstärkten Einsatz nationaler Währungen, den Ausbau der Zahlungsinfrastruktur und die institutionelle Stärkung von Einrichtungen wie der Neuen Entwicklungsbank (NDB) setzt.
Auch Wladimir Putin selbst hatte bereits im Dezember 2025 zur Zurückhaltung gemahnt. Auf die Frage indischer Journalisten nach einer möglichen gemeinsamen Brics-Währung antwortete der russische Präsident, man dürfe in solchen Fragen „keine groben Fehler machen“ und solle nichts überstürzen.






