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Seit Ende der vom serbischen Präsidenten Slobodan Milošević vom Zaun gebrochenen Balkankriege der Neunzigerjahre betreiben die meisten Nachkriegsregierungen Serbiens eine regelrechte Politik der Glorifizierung der damaligen Kriegsverbrecher. Im Zentrum des „Programms zur Rehabilitierung“ der serbischen Kriegsverbrecher steht der jüngst verstorbene ehemalige General Ratko Mladić.
Der auch „Schlächter des Balkans“ genannte Mladić war unter anderem für den Genozid von Srebrenica vom Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen (UN) 2021 letztinstanzlich zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Völkermord, der zwischen dem 11. und 20. Juli 1995 stattfand, bei dem 8372 Bosniaken von serbischen Einheiten ermordet wurden, war der erste Genozid in Europa seit Ende der Nazi-Schreckensherrschaft.
Für Serbiens jetzigen Präsidenten Aleksandar Vučić ist die Politik des „Weißwaschens“ der serbischen Kriegsverbrecher seit jeher ein höchstwichtiges Anliegen. Bereits Ende Mai 2007 überklebte Vučić – damals in Funktion des Generalsekretärs der Serbischen Radikalen Partei (SRS) – medienwirksam ein Straßenschild einer Belgrader Hauptstraße, das vorher einen Namen mit antifaschistischem Hintergrund trug, mit dem Schriftzug „Ratko-Mladić-Boulevard“. Zuvor hatte der Stadtrat Belgrads beschlossen, die Straße nach dem im Jahr 2003 durch serbische Nationalisten ermordeten liberalen Reformer, Premier Zoran Đinđić, umzubenennen. Vučić kommentierte seine Aktion wie folgt: „Dies ist unsere Art zu zeigen, dass sie uns nicht einschüchtern können …“














