Aus Protest gegen Serbiens Umgang mit dem gestorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladić hat EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos ihren geplanten Besuch abgesagt. »Die Rückführung seiner sterblichen Überreste nach Belgrad erinnert Europa an die dunkelsten Kapitel unserer jüngeren Geschichte. Die Verherrlichung seines Todes ist unvereinbar mit den Werten, auf denen der Weg in die EU beruht«, schrieb die slowenische Spitzenpolitikerin auf der Plattform X.
Nach seinem Tod Ende August hatte der frühere Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, Mladić als »eine große Persönlichkeit für das serbische Volk« geehrt. Der Fußballverein »Roter Stern Belgrad« feierte den verstorbenen Kriegsverbrecher in einem Beitrag beim Kurznachrichtendienst X ebenso wie verschiedene serbische Medien. In verschiedenen Orten wurde Feuerwerk zu Ehren Mladićs gezündet.Serbien verhandelt seit 2014 über EU-BeitrittVor diesem Hintergrund verzichte Kos auf ihren geplanten Besuch in Serbien, schrieb die EU-Kommissarin. Ursprünglich wollte sie kommende Woche in die serbische Hauptstadt reisen. Das Land will in die EU eintreten. Das erfordere allerdings die Aufarbeitung der Vergangenheit, echte Versöhnung und den Respekt vor den Opfern von Kriegsverbrechen, schrieb Kos weiter. »Die Werte, auf denen unsere gemeinsame Zukunft beruht, sind nicht verhandelbar.«











