Tausende Menschen haben in Serbien Abschied von dem in Haft gestorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladić genommen. Die Trauerfeier fand am Montag in der kleinen Kirche St. Luka in der serbischen Hauptstadt Belgrad statt. Angesichts der Feierlichkeiten verurteilte die EU die »Verherrlichung von Kriegsverbrechern« in Serbien, das EU-Mitglied werden will.Serbiens Präsident Aleksandar Vučić, der aus Termingründen eine Teilnahme an der Beisetzung absagte, wies die Vorwürfe einer Verherrlichung des ehemaligen Generals zurück. Die Trauerfeier sei von Mladićs Familie ausgerichtet worden, betonte er. Der Staat werde lediglich dafür sorgen, dass die Veranstaltung sicher sei. Die St.-Luka-Kirche ist deutlich kleiner als der Dom des Heiligen Sava im Zentrum Belgrads, in dem normalerweise Staatsbegräbnisse stattfinden.
Langsam bewegte sich der Zug dann in Richtung des nahe gelegenen Friedhofs Topčider, wo Mladić neben seiner Tochter beigesetzt wurde. Die 23-Jährige hatte sich 1994 während des Bosnienkriegs das Leben genommen, einigen Berichten zufolge aus Scham über die Verbrechen ihres Vaters.Mütter von Srebrenica: »Eine Schande«»Danke, Brüder, dass ihr gekommen seid, um zu entscheiden, ob mein Vater ein Held oder ein Verbrecher war«, sagte Darko Mladić, bevor der Sarg ins Grab hinabgelassen wurde. Die Menge, viele von ihnen Kriegsveteranen und junge Männer, antwortete darauf mit Sprechchören: »Held! Held!«












