PfadnavigationHomePanoramaKriminalitätHackerangriff„Vorsätzlich Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“ – IT-Experte wirft Berlin Fahrlässigkeit vorStand: 05.09.2026Lesedauer: 2 MinutenNach dem Hackerangriff in Berlin wurden über 1,4 Millionen sensible Daten aus dem Landesnetz im Darknet veröffentlicht. „Man hat mit Vorsatz den schlimmsten staatlichen Datengau verursacht, den man verursachen kann“, sagt Manuel Atug, Experte für kritische Infrastruktur.Bereits im vergangenen Jahr hatte IT-Experte Atug als Sachverständiger im Berliner Innenausschuss vor eklatanten Sicherheitslücken gewarnt. Das Land habe grob fahrlässig gehandelt, rügt er. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich geäußert.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDer IT-Experte Manuel Atug macht dem Land Berlin nach dem Hackerangriff und dem Abfluss großer Datenmengen schwere Vorwürfe. „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.“Für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssachen gebe es sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen. Offenbar seien diese nicht ausreichend angewandt worden.Atug ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Er arbeitet als Sicherheitsberater für kritische Infrastruktur. Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien.Lesen Sie auchAtug sagte, er sei zweimal als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden, einmal im Jahr 2023 und einmal 2025. Damals habe er die Zuständigen auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen: „Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern.“ Er habe gewarnt, dass eine Vernachlässigung der Sicherheit schwere Konsequenzen haben werde. „Genau das ist jetzt eingetreten.“Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene „schnellstmöglich zu erreichen“.Berlin sei „Opfer einer schweren Straftat geworden“, sagte Wegner weiter. Laut Rundfunk Berlin-Brandenburg veröffentlichte die Hackergruppe Rhysida rund 1,4 Millionen Daten in mehreren Paketen. Darunter könnten laut Senatskanzlei auch personenbezogene Daten von Beschäftigten des Landes Berlin, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen sein.Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro – gefordert. Der Senat zahlte das Lösegeld nicht.Inzwischen hat sich auch die Bundesregierung eingeschaltet. Sie verfolge die Informationen und Ermittlungen zu dem Datenabfluss genau, erklärte am Samstag ein Regierungssprecher. dpa/AFP/jm
Hackerangriff: „Vorsätzlich Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“ – IT-Experte wirft Berlin Fahrlässigkeit vor - WELT
Bereits im vergangenen Jahr hatte IT-Experte Atug als Sachverständiger im Berliner Innenausschuss vor eklatanten Sicherheitslücken gewarnt. Das Land habe grob fahrlässig gehandelt, rügt er. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich geäußert.













