Herr Abrahams, am 3. September 2026 findet die 36. Verleihung der Ig-Nobelpreise statt. Ist es nach all den Jahren schwer, Sie noch zum Lachen zu bringen?Überhaupt nicht. Das Wichtigste ist der Überraschungsfaktor. Die meisten Arbeiten, die einen Ig-Nobelpreis gewinnen, erscheinen für die Menschen komisch, weil sie außerhalb ihrer Erfahrungsbereiche liegen. Man hat nicht damit gerechnet – und fängt an zu lachen. Aber das ist nur der eine Teil. Die ausgewählte Forschung soll zugleich so faszinierend sein, dass sie im Kopf bleibt. Sie weckt eine kindliche Neugier. Man möchte seinen Freunden davon erzählen und denkt noch eine Woche später darüber nach.Man fragt sich bei vielen der ausgewählten Studien: Meinen die Forscher das ernst?Ich erzähle Ihnen etwas, das jedes Jahr nach der Preisverleihung passiert. Wir verleihen zehn Preise in unterschiedlichen Kategorien. Nach der Zeremonie plaudere ich meist einzeln mit den Gewinnern, und immer sagt jemand zu mir: Die anderen Studien waren sehr witzig, aber warum hast du uns gewählt? Den Wissenschaftlern erscheint ihre Forschung nicht absurd, sie haben sich nicht überlegt, etwas möglichst Lustiges zu machen. Meistens wollten sie ein Problem verstehen, haben dabei etwas Unerwartetes entdeckt und sind dieser Beobachtung dann Monate oder Jahre gefolgt.Der Mathematiker Marc Abrahams gibt die satirische Fachzeitschrift „Annals of Improbable Research“ heraus und hat 1991 die Verleihung des Ig-Nobelpreises gegründet für Forschung, die zum Lachen bringt und zum Nachdenken anregt. Ignoble bedeutet so viel wie schändlich.ReutersAlso stecken oft seriöse Beweggründe dahinter?Ein Beispiel ist der Notfall-BH, der zu einer Atemschutzmaske umfunktioniert werden kann und 2009 den Preis für Public Health gewonnen hat. Das begann mit einem sehr realen Problem. Die Erfinderin Elena Bodnar ist eine junge Ärztin aus der Ukraine, die nach der Katastrophe von Tschernobyl Betroffene behandelt hat. Später wurde klar, dass auch die eingeatmeten radioaktiven Partikel schwere Folgen hatten. Sie dachte darüber nach, wie man sich spontan schützen könnte, wenn die Atemluft um einen herum plötzlich gefährlich ist. Eines Tages sah sie, wie ihr kleiner Sohn ihren BH vom Boden nahm und sich vors Gesicht hielt. Da wurde ihr klar: Die Hälfte der Menschheit trägt bereits eine mögliche Ausrüstung bei sich, die als Maske genutzt werden könnte.Und ist etwas aus der Idee geworden?Der BH wurde in China produziert. Tausende Menschen tragen vermutlich solche Notfall-BHs. Später in der Covid-Pandemie kamen viele andere auch auf diese Idee. Das passiert immer wieder. 2023 haben wir japanische Forscher ausgezeichnet, die Essstäbchen und Besteck entwickelt haben, die durch elektrische Reize den Geschmack von Salz verstärken. Das könnte Menschen helfen, die weniger Salz essen sollten. Heute kann man die Produkte kaufen. Frühere Ig-Nobelpreisträger Hilft ein Kirmesbesuch gegen Nierensteine? Beherrscht man eine Fremdsprache besser, wenn man betrunken ist? Diese Woche wird wieder der Ig-Nobelpreis für skurrile Forschung verliehen. Unsere Favoriten aus den vergangenen Jahren. Ik ben dronken!Beherrscht man eine Fremdsprache besser, wenn man betrunken ist? Forscher testeten das mit 50 Deutschen, die kürzlich Niederländisch gelernt hatten, und berichten: Ja! Allerdings verbessert sich durch das Gläschen nur die Aussprache.Friedenspreis 2025 Do look upWie viele Menschen müssen vor einem Gebäude stehen und hochgucken, damit man stehen bleibt und hochguckt? Die Antwort haben Forscher in New York 1969 gesucht: Bei einer Person, die nach oben starrt, bleiben vier Prozent der Passanten stehen. Bei 15 Menschen waren es schon 40 Prozent.Psychologiepreis 2023 Vorbehaltlich kompliziertAus welchen dem vorliegenden Sachverhalt gegebenenfalls zugrunde liegenden Umständen ergibt sich die nicht unerhebliche Schwierigkeit des gegenständlichen Vorhabens? So etwas in der Art haben sich Rechtswissenschaftler auch gefragt. Was genau juristische Texte so verflixt unverständlich macht, haben sie in einer Studie anhand von zehn Millionen juristischen Dokumenten und ein paar Experimenten belegt: Es sind unter anderem seltene Fachbegriffe, verschachtelte Sätze, Passivkonstruktionen.Literaturpreis 2022 Bart für den KampfWarum haben Männer eigentlich diese mysteriöse Gesichtsbehaarung? Biologen der University in Utah testeten, ob sich Bärte primär als Schutz in Schlägereien entwickelt haben, denen historisch vor allem Männer beiwohnten. Tatsächlich kriegt man durch die Haare weniger Wucht ab, zeigten Experimente an Schafshaut.Friedenspreis 2021 Verräterische AugenbraueWoran man Narzissten erkennt, ist eine der großen Fragen unseres Zeitalters. Forscher der Universität in Toronto haben dabei einen ungewohnten Aspekt identifiziert: Sie meinen, Narzissten an den Augenbrauen zu erkennen. Offenbar sind diese auffallend dicht. „Diesen Preis möchten wir allen widmen, die sich datengetriebener Forschung verschrieben haben und sich irgendwann ganz woanders wiederfinden, als sie je gedacht hätten“, sagten sie in ihrer Dankesrede. 2025 gab es den Ig-Nobelpreis für ein ähnliches Thema: Menschen werden narzisstischer, wenn man ihnen vor dem Test sagt, wie schlau sie sind. Ob sich auch ihre Augenbrauen verändern, ist unklar.Psychologiepreis 2020 Lächeln macht (nicht) glücklich!Man lächelt, weil man glücklich ist? Andersherum, berichtete einst der deutsche Sozialpsychologe Fritz Strack. Er fand heraus: Wenn man einen Stift horizontal im Mund hält – und so sein Gesicht zu einem Grinsen verzieht –, wird man glücklicher. Das hat sogar Eingang in die Küchenpsychologie gefunden. Den Ig-Nobelpreis bekam Strack, weil er diese Erkenntnis später selbst in einer anderen Studie widerlegt hat. Seine Dankesrede hat der Forscher in Form eines Gedichtes vorgetragen: „To claim a finding is not real has a lot of sex appeal.“Psychologiepreis 2019 Nachäffende AffenWenn der Schimpanse im Zoo einen irgendwie doof anschaut, mag das einen Grund haben. Im Fachjournal „Primates“ veröffentlichten Wissenschaftler erstaunliche Experimente: Schimpansen ahmen Menschen genauso häufig nach wie Menschen die Affen, wenn auch nicht ganz so präzise. Das kann man testen, indem man sich beim nächsten Zoobesuch vor dem Gehege wie ein Schimpanse unter den Achseln kratzt und „Uh uh uh“ ruft. Denn die Affen äffen in 36 Prozent der Fälle diejenigen Menschen nach, die sie zuerst nachgeäfft haben – ein ewiger Kreislauf.Anthropologiepreis 2018 Heilsame AchterbahnVergnügungspark statt Krankenhaus! Forscher der Michigan State University haben getestet, ob sich durch Achterbahnfahren Nierensteine lösen könnten. Besonders effektiv ist es offenbar, hinten in der Achterbahn zu sitzen. Vom wilden Auf und Ab kann man sich wohl noch weitere Gesundheitseffekte erhoffen: 2010 wurde der Ig Nobel für die Entdeckung verliehen, dass Achterbahnfahren die Symptome von Asthma verbessert.Medizinpreis 2018 Ich oder mein Zwilling?Wer eineiige Zwillinge nicht auseinanderhalten kann, braucht offenbar kein schlechtes Gewissen zu haben. In einer Studie mit zehn Zwillingspaaren berichten italienische Forscher, dass diese mitunter selbst nicht unterscheiden können, ob auf einem Foto sie oder ihr Zwilling zu sehen war.Kognitionspreis 2017 Mensch im EisbärenpelzEine Frage, die offenbar zumindest den nordeuropäischen Teil der Menschheit bewegt: Haben Rentiere mehr Angst vor Menschen – oder vor Menschen in einem Eisbär-Kostüm? Forscher der Universität Oslo haben herausgefunden, dass Rentiere 2,3 Mal schneller Reißaus nehmen, wenn sich der Mensch als Eisbär verkleidet nähert.Preis für Arktisforschung 2014 Wasabi-AlarmFür einen Rauchmelder der besonderen Art haben japanische Ingenieure 2009 ein Patent angemeldet: Wenn es brennt, versprüht er Allylisothiocyanat, die Substanz, die Wasabi – dem japanischen Meerrettich – sein Aroma verleiht. Diese Moleküle reizen die Schleimhäute derart, dass sie ab einer Konzentration von fünf ppm Menschen aufwecken. Ab zehn ppm sei der Stoff in der Atemluft nicht mehr tolerierbar.Chemiepreis 2011 Socken über den SchuhenEine Studie beleuchtet einen „Off label“-Use von Socken: Wenn man seine Socken über den Schuhen trägt statt darunter, rutscht man nicht so schnell auf vereisten Straßen aus. Für ihre Untersuchung hatten die Forscher einen (fast) logischen Grund: In ihrer Kleinstadt in Neuseeland gibt es sehr steile Straßen, die jeden Winter überfrieren. Manche Anwohner schwören auf diese Sitte.Physikpreis 2010 Nenn mich Berta!Tierliebe lohnt sich offenbar! Agrarwissenschaftler aus Großbritannien wollen in einer Studie belegt haben: Kühe mit Namen geben mehr Milch als Kühe ohne Namen – rund 260 Liter mehr im Jahr.Tiermedizinpreis 2009 Vanilleeis aus DungEchte Vanille ist selten und teuer. Eine japanische Chemikerin entwickelte eine Methode, wie man Vanillin aus einem Material gewinnen kann, das weder selten noch teuer ist: Kuhfladen. Bei der Ig-Nobelpreis-Verleihung präsentierte eine Eisdiele aus Cambridge daraufhin ihre nach der Wissenschaftlerin benannte Sorte dieser speziellen Vanilleeiscreme.Chemiepreis 2007 Anziehende KäsefüßeDer niederländische Forscher Bart Knols ist in dem renommierten medizinischen Fachjournal „The Lancet“ dem Phänomen auf den Grund gegangen, dass weibliche Malariamücken Anopheles gambiae vom Geruch stinkiger Füße ebenso angezogen werden wie von Limburger Käse. Wie sich zeigte, steckt in beiden Fällen das Bakterium Brevibacterium linens dahinter.Biologiepreis 2006 Plaudern durch PupseHeringe kommunizieren, indem sie Luft durch ihre Analöffnungen herauslassen – oder anders ausgedrückt: durch Pupsen.Biologiepreis 2004 Fliegende FröscheDurch geschicktes Hantieren mit Magneten kann man einen Frosch fliegen lassen. Für diese Entdeckung bekam der Physiker Andre Geim den Ig-Nobelpreis. Das besondere an ihm ist, dass er als einziger Preisträger später auch noch einen Nobelpreis erhielt – für seine Arbeiten über die Kohlenstoffmodifikation Graphen.Physikpreis 2000 976 Forscher, eine StudieDer berühmte Kardiologe und Buchautor Eric Topol hat ebenfalls einmal den Ig-Nobelpreis erhalten. Oder, besser gesagt, er und seine 975 Ko-Autoren. Sie wurden ausgezeichnet für eine Studie, die rund hundertmal mehr Autoren auflistete, als sie Seiten lang ist.Literaturpreis 1993 Also kann der Ig-Nobelpreis durchaus einen Karrieresprung bedeuten?Er kann helfen, aber es gibt natürlich keine Garantie. Die Preisträger kriegen viel Aufmerksamkeit in den Medien, aber auch in ihrem eigenen Fach. Sie werden auf Kongressen erkannt, auf Podien eingeladen oder um Beiträge gebeten. Ich rate den Gewinnern: Nutzt die Aufmerksamkeit, um über eure andere Forschung zu sprechen. Auch Universitäten sind stolz auf ihre Ig-Nobelpreisträger. Die Universität Lund in Schweden hat mal ein Event mit ihren fünf Ig-Nobelpreisträgern veranstaltet. Ein anderes Beispiel ist der niederländische Ornithologe Kees Moeliker. Er hatte beobachtet, wie ein Enterich einen verstorbenen Enterich begattete, und das veröffentlicht. Moeliker hatte nicht damit gerechnet, dass viele seine Arbeit zu homosexueller Nekrophilie bei Enten lesen würden. Doch nach dem Ig-Nobel bekam seine Forschung viel Anerkennung, er wurde zu Symposien eingeladen, hat ein Buch über ungewöhnliche Todesfälle bei Tieren geschrieben mit dem Titel „Der Entenmann“. Und er arbeitet heute sehr aktiv mit beim Ig-Nobelkomitee.Bei manchen Studien fragt man sich: Ist das nicht Verschwendung von Fördergeldern, so sinnlose Forschung?Dann frage ich zurück: Wissen Sie überhaupt, ob dafür öffentliches Geld verwendet wurde? Bei vielen Arbeiten ist das nicht der Fall. Aber wichtiger ist: Wer forscht, versucht, etwas zu verstehen. Das kann zunächst sonderbar klingen. Doch vieles, was neu ist, wirkt am Anfang unsinnig. Denken Sie an Flugzeuge, Telefone oder ganz gewöhnliche Gegenstände wie einen Kugelschreiber. Manchmal stellt sich später heraus, dass die Erkenntnis äußerst nützlich ist.Also machen Sie sich mit dem Preis nicht über die Forscher lustig?Keineswegs. Wir versuchen, ihre Arbeit sichtbar zu machen. Die Denkweise ist verbreitet: Wenn Menschen bei Wissenschaft lachen, muss irgendetwas falsch sein. Forschung müsse vor allem als wichtig und ernsthaft vermittelt werden. Natürlich ist sie wichtig. Aber wenn etwas außergewöhnlich ist, bleibt es einem im Gedächtnis. Den Preis bieten wir den potentiellen Gewinnern außerdem diskret an. Wenn sie ablehnen, ist das völlig in Ordnung. Diejenigen, die Nein sagen, stehen häufig am Anfang ihrer Karriere und haben Vorgesetzte oder Betreuer, mit denen es Probleme geben könnte. Doch das geschieht kaum noch. Viele Forscher nominieren sich sogar selbst. Ich habe mal gezählt: In einem durchschnittlichen Jahr kriegen wir etwa 9000 Einreichungen, davon sind zehn bis zwanzig Prozent Eigenbewerbungen.Die Ig-Nobelpreise werden traditionell von echten Nobelpreisträgern überreicht. 2015 kührte Chemie-Nobelpreisträger Dudley Herschbach den Forscher David Hu: Er hatte herausgefunden, dass alle Säugetiere etwa 21 Sekunden brauchen, um ihre Blase zu leeren. (AP Photo/Charles Krupa)APWie kamen Sie dazu, den Ig-Nobelpreis zu gründen?Ich habe mich schon als Kind für bizarre Meldungen interessiert und sie aus der Zeitung ausgeschnitten. So etwas wie „Mann spült Toilette, Haus explodiert“. Später habe ich dann für Freunde Texte über kuriose Forschung geschrieben. Irgendwann habe ich die Beiträge an ein wissenschaftliches Satiremagazin geschickt, ob sie damit etwas anfangen könnten. Dann rief man mich an, ob ich nicht der Redakteur werden wolle. Darüber lernte ich viele Wissenschaftler kennen, die erstaunlichste Dinge machen, von denen aber kaum jemand wusste. Ich dachte: Irgendjemand sollte ihnen einen Preis geben.Mittlerweile macht der Ig-Nobelpreis weltweit Schlagzeilen.Wir haben 1991 eine kleine Preisverleihung organisiert. Da kam vieles glücklich zusammen. Das MIT-Museum bot uns einen Veranstaltungsort an, viele Nobelpreisträger sagten zu, die bei uns traditionell die Preise überreichen. Schon bei der ersten Verleihung wollten mehr Menschen ins Gebäude, als hineinpassten. Später fand die Verleihung in der Harvard-Universität statt, mit mehr als 1000 Zuschauern. Seit 35 Jahren ist das Interesse groß. Die Eintrittskarten sind schnell ausverkauft, an vielen Orten werden Watch-Partys veranstaltet. Bei der Zeremonie geht es nicht nur um die Preise, es gibt Musik und Vorträge. Ein paar Vorschläge Diese kuriosen Studien sind der Redaktion im vergangenen Jahr aufgefallen. Womöglich sind ein paar Kandidaten für die nächsten Ig-Nobelpreise dabei? Brie vor dem Schlafen ... … ist offenbar keine gute Idee. Psychologen der Universität in Montreal haben mehr als 1000 Studenten befragt und können berichten: Abends Käse zu essen, macht Albträume. Das betreffe vor allem Menschen mit Laktoseintoleranz. Die Studie in „Frontiers in Psychology“ vom Sommer 2025 wirft weitere potentielle Forschungsfragen auf: Träumten die Probanden auch von Käse? Leiden Franzosen demnach häufiger unter Albträumen? Schokolade schnüffeln Viele Sportbegeisterte trinken Proteinshakes, um fitter zu werden. So gut wie nie schnüffelt jemand im Fitnessstudio jedoch an einer Tafel Bitterschokolade, bevor er die Hanteln stemmt. Dabei könnte dieser Geruch das Training verbessern: Forscher berichten in „Frontiers in Physiology“ im Juli 2026, dass so ein Gefühl von Sattheit erzeugt würde, wodurch die 23 Probanden länger trainieren konnten. Der Duft von Milchschokolade hingegen machte das Training immerhin „angenehmer“. Hummus auf dem Mond Nun will der Mensch als vernunftbegabtes Wesen auf die Zukunft vorbereitet sein, und das schließt für viele ein Leben auf dem Mond mit ein. Was also soll man dort essen? Forscher der Universität Texas in Austin testeten das mit „simuliertem Monddreck“: Offenbar würden Kichererbsen in diesem Substrat besonders gut wachsen, berichten sie im März 2026 in „Scientific Reports“. Aus wissenschaftlicher Sicht scheint es demnach empfehlenswert, sich zeitnah die besten Falafel- und Hummusrezepte zurechtzulegen. Erotische Kopfbedeckung Nicht nur Menschen stehen unter Druck, potentielle romantische Partner durch ihr Äußeres zu begeistern. Delfine an der Nordküste Australiens wurden von Forschern von Western Australias Department of Biodiversity, Conservation and Attractions beobachtet, wie sie sich Meeresschwämme auf den Kopf setzten. Offenbar aus ästhetischen Gründen oder, wie es die Wissenschaftler im Oktober 2025 ausdrückten: „um die Ladys zu beeindrucken“. Es scheint immer mal wieder derartige maritime Modetrends zu geben: 1987 hat eine Gruppe von Orcas Schlagzeilen gemacht, die tote Lachse auf ihrem Kopf platzierten. Pistole aufs Auge Es gibt Sicherheitshinweise, die primär die Frage aufwerfen, welcher Umstand sie nötig gemacht hat. Wie die Warnung, dass man keine Katzen in die Mikrowelle packen sollte, oder der Aufdruck „Achtung, heiß!“ auf Kaffeebechern. Eine ähnliche Situation ergab sich wohl für Mediziner aus Edinburgh. Im Juni 2026 warnen sie in „BMJ Case Reports“, dass hochfrequente Massagepistolen zu Schäden an der Netzhaut führen können, wenn man sie direkt aufs Auge hält. Die arbeiten mit einer Frequenz von bis zu 3000 Schlägen pro Minute und sind eigentlich dafür gedacht, in verspannten Muskeln die Durchblutung zu fördern. Offenbar hat ein Patient dreimal die Woche über mehrere Monate seine Augen mit einem solchen Gerät bearbeitet. Saufen am Strand Forscher des renommierten National Cancer Institute in den USA haben im Juli 2026 eine Studie im ebenso renommierten medizinischen Fachjournal „JAMA Dermatology“ veröffentlicht, die bestätigt, was erprobte Mallorca-Besucher schon ahnten: Menschen, die sich ausgiebig sonnen, trinken auch gerne große Mengen Alkohol. Dieses Jahr wird die Veranstaltung zum ersten Mal nicht in Boston stattfinden, sondern in Zürich. Warum?Unsere Preisträger kommen aus der ganzen Welt. Bei der jüngsten Verleihung haben sich vier unserer zehn Gewinner gegen die Reise in die USA entschieden, weil sie es für zu riskant hielten. Einer sagte sofort ab, drei andere änderten kurz vorher ihre Meinung. Sie hatten Berichte gehört, dass Menschen an Flughäfen schlecht behandelt oder nicht ins Land gelassen wurden. Also brauchen wir einen Ort, an dem sich die Gewinner sicher fühlen.Wie kamen Sie auf Zürich?Seit Jahren fragen Institutionen in verschiedenen Ländern, ob die Zeremonie nicht einmal zu ihnen kommen könne. In Zürich waren die großen Universitäten besonders schnell, hilfreich und freundlich. Unser Plan ist nun, die Preisverleihung jedes zweite Jahr in Zürich stattfinden zu lassen und abwechselnd jeweils in ein anderes Land zu ziehen – ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest.
Ig-Nobelpreis: Warum lustige Forschung ernste Folgen haben kann
Narzissten erkennt man an ihren Augenbrauen, Mücken lieben Käsefüße, und Lächeln macht nicht glücklich. Mit dem Ig-Nobelpreis wird kuriose Forschung geehrt. Meist steckt eine ernste Idee dahinter, sagt Gründer Marc Abrahams.












