Mit in der Erde vergrabenen Unterhosen die Bodenqualität prüfen oder ein Pissoir entwerfen, bei dem Spritzer vermieden werden: Für derartige kuriose Forschungsarbeiten sind am Donnerstagabend Wissenschaftler aus aller Welt mit den satirischen Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden. Ein Team unter deutscher Beteiligung hat untersucht, ob der Körpergeruch ihrer Babys oder ihrer Teenager Eltern mehr betört. Es gehörte zu den Preisträgern.

»Je älter das Kind, desto schlechter empfindet man den Geruch«, sagte Ilona Croy von der Universität Jena. »Zumindest läuft niemand den Teenagern hinterher und küsst sie auf den Kopf, weil sie so gut riechen.« An der Hygiene der Teenager liege das aber nicht, betonte sie.Das Team hat festgestellt, dass der Babygeruch im Gehirn neuronale Schaltkreise einschaltet, die dazu führen, dass man sich kümmert. »Das Fürsorgeverhalten bei den Eltern kommt nicht nur durch die großen Kulleraugen oder babbelnden Laute, die das Baby von sich gibt, sondern auch über den Geruch«, sagt sie. »Auch der Geruch löst bei uns den Reflex aus, dass wir uns kümmern.« Das Team ließ Erwachsene an Düften von Babys und Teenagern riechen und scannte gleichzeitig deren Gehirne.

Furchtloser SchlangenforscherIn der Kategorie Biologie bekam eine Forschungsgruppe um João Miguel Alves-Nunes den Ig-Nobelpreis. Alves-Nunes war 116 verschiedenen Schlangen insgesamt 40.000-mal entgegengetreten, um zu erforschen, wann sie zubeißen und wann nicht. »Wer wäre so dumm, seinen Fuß vor eine Giftschlange zu setzen? Ich«, sagte der 28-Jährige der Universität São Paulo, als er seinen Preis entgegennahm. Er kündigte an, seine Forschungsarbeit auf die Schlangen weiterer Länder auszuweiten.