Liebe Leserin, lieber Leser,die Betriebsversammlungen in den deutschen VW-Werken, auf denen dem Vorstand gerade erst die Angst und der Frust der Belegschaft entgegenschlugen, waren nur ein Prolog. Am Freitag heißt es in Wolfsburg so richtig: High Noon. Dann tagt der Aufsichtsrat des größten Autobauers Europas, auf dem Tisch liegen die härtesten Einschnitte, die dieses Unternehmen je gesehen hat. Die Konfliktparteien zeigen sich bis dato unversöhnlich, Betriebsrat und das Land Niedersachsen haben beispielsweise mehrfach klargemacht, Werksschließungen nicht mitzutragen.
Ein weiteres Auseinandergehen ohne echte Entscheidungen kann sich das Gremium kaum leisten. Kommt es zu keiner Einigung, wird eine außerordentliche Hauptversammlung wahrscheinlicher, die dann über Volkswagens Sanierungskurs abstimmt. Es wäre eine historische Eskalation: Noch kein deutsches Industrieunternehmen hat diese Karte jemals gezogen.
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