Investoren zeigten sich besorgt, dass das Geschäftsmodell durch neue Zoll- und Abgabenregelungen in den USA und Europa ausgehöhlt wird. Diese untergraben den bisherigen Wettbewerbsvorteil des Direktversands von Billigware an die Kunden. Die Bewertung des Unternehmens mit Sitz ​in Singapur liegt mit rund 25 Milliarden Dollar nur noch bei einem Bruchteil des Höchststandes von fast 100 Milliarden ⁠Dollar aus ⁠dem Jahr 2022.„Ich denke, das schwache ‌Debüt zeigt, dass Anleger Shein selbst nach dem massiven Bewertungsabschlag nicht ​als offensichtlich günstig ansehen“, ‌kommentierte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo. Mit dem 15-fachen des erwarteten Gewinns sei die Aktie mehr als doppelt so hoch bewertet wie die des Konkurrenten Temu.

Shein, das im ersten Quartal ‌ins Minus gerutscht war, versucht gegenzusteuern. Der ​Konzern weitet seine Plattform zu einem Marktplatz ‌für Drittanbieter aus und kaufte zuletzt die US-Modemarke Everlane.Dennoch bleiben ‌Risiken. So ​laufen Untersuchungen der US-Handelskommission FTC und der EU-Kommission wegen Verbraucherschutzfragen und dem Umgang mit illegalen Produkten. Wegen der genauen Prüfung seiner Geschäftspraktiken, etwa ​bei Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit, waren Börsengänge in ⁠New York und London zuvor gescheitert.