Die Shein-Führung um Gründer Sky Xu dürfte erleichtert sein. Nach einer vier Jahre langen Odyssee über drei Kontinente ist der Börsengang vollzogen. Der umstrittene chinesische Modekonzern nimmt umgerechnet rund 1,7 Milliarden US-Dollar ein, die er in Technologie, Marke und Expansion stecken will.Doch Xu wird sich auch grämen, wie viel Geld er liegengelassen hat. Als er vor vier Jahren den Börsengang in New York hinlegen wollte, hätte er für die gleichen Anteile das Vierfache bekommen. Damals wurde das Unternehmen mit knapp 100 Milliarden Dollar bewertet, jetzt sind es nur noch rund 25 Milliarden Dollar.Für Unternehmen und Vorstände auf der ganzen Welt ist der Fall ein lehrreiches Beispiel, wie teuer eine aus Konzernsicht fehlerhafte geopolitische Positionierung werden kann. Shein hat seine Zentrale vor einem halben Jahrzehnt nach Singapur verlegt. Es war der Versuch, sich als internationaler Konzern zu präsentieren und die eigene chinesische Identität abzustreifen.Die Konzernstrategen haben die Zeichen der Zeit falsch gelesen. Chinesische Produkte – ob Kleidung, Autos oder andere Technik – stoßen im Westen auf Widerstand. Zumal wenn es den berechtigten Verdacht gibt, dass in der Kleidung Baumwolle steckt, die mit Zwangsarbeit produziert wurde. Peking verhindert derweil mit immer schärferen Methoden, dass sich die Konzerne aus seiner Kontrolle lösen. Geopolitik falsch zu deuten, kann Milliarden kosten.
Sheins Börsengang: Sky Xu verliert Milliarden durch Fehler
Die Börsengang-Odyssee von Shein ist vorbei. Der Fall bleibt ein mahnendes Beispiel, wie teuer eine geopolitische Positionierung werden kann, wenn sie die Zeichen der Zeit nicht erkennt.












