Nach dem Tod des früheren Generals wird in Belgrad seine Beisetzung in allen Ehren vorbereitet. Widerstand dagegen regt sich in Serbien kaum.
Einer der jüngsten Anhänger von Ratko Mladić salutiert vor dem Foto des Kriegsverbrechers
Radivoje Pavicic/ap
F ür viele Serben aus dem nationalistisch rechten und rechtsradikalen Spektrum ist Ratko Mladić ein Kriegsheld, eine mystische Licht-Gestalt, zu der man aufsehen muss. Vielleicht sogar wie zum König Lazar, der sich 1389 bei der Schlacht auf dem Amselfeld in Kosovo Polje gegen die Eroberung Serbiens durch die Osmanen stemmte. Der hatte die Schlacht zwar verloren, doch der von den Heldentaten seines Königs durchdrungene Ratko Maldic wollte die Scharte auswetzen. Das jedenfalls berichten Anverwandte des nun verstorbenen früheren Generals und Kriegsverbrechers.
Die bosnischen Muslime sind autochthone Bewohner der Region, hatten aber vor 600 Jahren den islamischen Glauben angenommen und lebten in Kalinovik jahrhundertelang mit den dort später eingewanderten Serben in friedlicher Koexistenz. Noch im Sommer 1992 ging Ratko Mladić ins Dorf der „Türken“, wie er die Muslime bezeichnete, und stellte sie unter seinen persönlichen Schutz. Wenig später waren sie entweder im Schulhaus ermordet, vergewaltigt oder auf der Flucht.














