Nach einem Gletscherbruch in Nepals Grenzregion zu Tibet sind bei Sturzfluten über 350 Menschen gestorben, Hunderte werden vermisst. Rettungsarbeiten dauern an.

Überlebende warten darauf, dass die Straßen zu ihren Häusern nach den verheerenden Überschwemmungen in Trishuli wieder passierbar werden

Navesh Chitrakar/reuters

„Wir haben gesehen, wie Menschen direkt vor unseren Augen von den Fluten mitgerissen wurden“, sagt Abhay Khanal. Es sei alles so schnell geschehen, dass kaum Zeit zum Reagieren blieb. „Wer konnte, rettete sich in höher gelegene Gebiete.“ Der 34-jährige Trekkingguide hatte gerade eine Reisegruppe durch Nepal geführt und befand sich im Grenzdorf Timure, als am Mittwochmorgen eine gewaltige Flutwelle durch den nordnepalesischen Distrikt Rasuwa raste.

Während Khanal und seine Gruppe unverletzt blieben, ist die Zahl der in Nepal bestätigten Todesopfer am Donnerstagnachmittag bis Redaktionsschluss auf über 350 gestiegen. Aus Tibet wurden drei Tote gemeldet. Auf beiden Seiten der Grenze werden mehr als 1.000 Menschen vermisst, darunter mindestens 650 ausländische Staatsangehörige in Nepal. Unter ihnen sollen acht Deutsche sein.