Die Zahl der Toten nach der tödlichen Sturzflut im Himalaya in der Gebirgsregion in Nepal ist auf mindestens 162 gestiegen. Das berichtete die nepalesische Polizei in einem Beitrag auf der Online-Plattform X. 41 Verletzte wurden demnach in Krankenhäusern behandelt.Unklar blieb weiterhin das Schicksal Hunderter vermisster nepalesischer und ausländischer Touristen. Das Gebirge an der Grenze zwischen Zentralnepal und dem Südwesten Tibets gilt als beliebtes Wandergebiet.In China stieg die Zahl der Vermissten um fast 300 auf 558. Am Vortag hatten die Behörden noch von 265 Vermissten gesprochen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete weiter, zwei Menschen seien gerettet worden. Die chinesischen Behörden sprachen demnach zunächst weiter von drei Todesopfern.Eine verheerende Sturzflut hatte am Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und dem Kreis Gyirong in Tibet enorme Schäden angerichtet.Sturzflut durch Gletscherabbruch ausgelöstDie Sturzflut wurde nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch ausgelöst. Die USGS, die zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet hatte, erklärte am Donnerstag, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.Die USGS hatte am Mittwochmorgen zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit „ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet“. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und „katastrophalen Folgen“.Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, sagte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.Weitere Helfer erreichen GebietDie Rettungskräfte in den Katastrophengebieten in Nepal und China suchten weiter mit Hochdruck nach Vermissten. In China erreichten 111 Experten der Feuerwehr am Vormittag (Ortszeit) den Flughafen in Tingri, im Südwesten Tibets, um von dort ins Katastrophengebiet aufzubrechen, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.Das Gebiet ist schwer zugänglich. Die dicken Schlammmassen am dramatisch überspülten Grenzübergang Gyirong erschwerten die Rettungsarbeiten, weil dadurch Zufahrtswege blockiert waren, wie es im chinesischen Staatsfernsehen hieß.USA unterstützen Opfer mit 500.000 DollarMit Notunterkünften, frischem Wasser und anderen Hilfsgütern will die US-Regierung Betroffene unterstützen. Insgesamt belaufe sich die Katastrophenhilfe auf 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro), teilte das Außenministerium mit. Ein Berater für Katastrophenhilfe sei in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen.„Die Vereinigten Staaten sprechen den Familien und Angehörigen derjenigen, die bei den verheerenden Sturzfluten im nepalesischen Bezirk Rasuwa ihr Leben verloren haben, ihr tiefstes Beileid aus“, hieß es weiter.
Gletscherabbruch löste wohl Sturzflut im Himalaja aus
Ein Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine soll die tödliche Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ausgelöst haben. Die Zahl der Opfer steigt weiter.











