Nach den verheerenden Überschwemmungen in ​der Grenzregion zwischen Nepal und Tibet ist die Zahl der Toten auf mindestens 163 gestiegen. Das schrieb die nepalesische Polizei auf X. Allein in Nepal werden Behördenangaben zufolge mehr als 800 Menschen vermisst. Damit steigt die Gesamtzahl der Vermissten in Nepal und in China auf mehr als 1.300. Die Katastrophenschutzbehörde zählt mindestens 579 Touristen aus dem In- und Ausland unter den Vermissten.

Das Gebiet ist eine beliebte Wanderregion. Nepals Tourismusbehörde hatte am Mittwoch noch von 403 vermissten Touristen gesprochen, darunter 142 Inder sowie Menschen aus den USA, Malaysia, Großbritannien, Australien, den Niederlanden, Portugal, Südkorea, Südafrika, Italien und auch nepalesische Reisende. Australiens Premierminister Anthony Albanese bezeichnete die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung am Donnerstag als »schwierig«. Ähnliches war zuvor auch aus dem deutschen Außenministerium zu hören.

Durch die Sturzflut wurden im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet laut Behördenangaben ganze Dörfer weggespült sowie Straßen und Brücken beschädigt. Mehrere Fernstraßen waren blockiert, zudem wurden Wasserkraft- und Solaranlagen beschädigt. Hubschrauber und Rettungstrupps der nepalesischen Armee wurden in die Katastrophenregion entsandt. Auch China schickte Rettungskräfte zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong. Große Schlammmassen erschweren den Zugang in das Gebiet.