Nach der heftigen Sturzflut in der Gebirgsregion an der Grenze von Nepal zu China sind nach Behördenangaben mindestens 98 Menschen gestorben. Hunderte Menschen – auch Polizisten und Soldaten – werden weiter vermisst, wie das Büro des nepalesischen Regierungschefs Balendra Shah mitteilte.Bislang hätten die nepalesischen Such- und Rettungskräfte 95 Leichen gefunden, sagte der Sprecher der nepalesischen Polizei, Abi Narayan Kafle, der dpa. Die Such- und Rettungskräfte suchen weiterhin nach einer unbekannten Anzahl von Vermissten. Chinesische Staatsmedien meldeten unterdessen drei Tote und 265 Vermisste. Widersprüchliche Angaben zu Deutschen unter Vermissten Unter den Vermissten sind auch Hunderte Reisende. Insgesamt würden 384 Touristen, darunter mehr als 290 Ausländer, etwa aus Deutschland, den USA und Spanien, vermisst, sagte der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board der Deutschen Presse-Agentur in Kathmandu.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Die Organisation berief sich dabei auf vorläufige Zahlen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren durch die betroffene Region organisieren. Der Großteil der vermissten Touristen stammt demnach aus dem Nachbarland Indien (133). Zudem würden auch 47 US-Amerikaner und 33 Briten vermisst. Auch acht Südkoreaner, die bei einem Wasserkraftwerk in dem Gebiet arbeiteten, werden vermisst, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul meldete.Zahlen zu vermissten Einheimischen gibt es bislang nicht. Sie dürften aber ebenfalls in die Hunderte gehen. Zu den Nationalitäten der Getöteten ist ebenfalls nichts bekannt.Das Auswärtige Amt erklärte auf Anfrage, dass die deutsche Botschaft in Kathmandu mit den lokalen Behörden in engem Kontakt stehe. „Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Auswärtige Amt keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen“, hieß es aus Berlin weiter und äußert sich damit widersprüchlich zu den Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde. Große Zerstörungen Nach Berichten der Zeitung „The Kathmandu Post“ und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlammmassen große Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Flusses Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfließt. Unter anderem seien Häuser und Brücken weggespült oder beschädigt worden.Nepals Regierungschef Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmaßnahmen an. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaja-Staat eine Katastrophenwarnung heraus. Sie soll zunächst drei Monate dauern, berichtet „Sky News“. Dieser Standbildausschnitt aus einer von der nepalesischen Polizei bereitgestellten Aufnahme (UGC) zeigt Fluten, die sich am 26. August 2026 nach Sturzfluten im Distrikt Rasuwa durch den Fluss Bhote Koshi wälzen. © AFP/-UGC Die britische BBC berichtet von Aufnahmen aus Tibet, auf denen zu sehen ist, wie eine Wasser- und Schlammwand auf Gebäude an einem Grenzübergang trifft. Weitere Bilder aus Nepal zeigten Menschen, die verzweifelt vor der herannahenden Flutwelle zu fliehen versuchten. Was hat die Sturzflut in Nepal ausgelöst? Unklar war zunächst, was die Sturzflut ausgelöst hat. Nicht ausgeschlossen wurde, dass ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen. Der nepalesische Außenminister Shisir Khanal sagte laut BBC, dass die Flutkatastrophe möglicherweise durch ein Erdbeben ausgelöst worden sei.Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) informierte auf seiner Internetseite über ein Erdbeben der Stärke 4,4 nördlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Zwischen dem Beben und Aufnahmen der verheerenden Flutwellen würden etwa sieben Minuten liegen, berichtet „Sky News“.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Behörden würden vor einer möglichen zweiten Flutwelle warnen, sagte der nepalesische Experte Qianggong Zhang dem Sender. Er vermutet, dass ein Gletscherabgang ursächlich für die Katastrophe war.„Nepal Correspondence“ sieht die Ursache hingegen in Bauarbeiten auf chinesischer Seite der Grenze. „Die Schädigung des empfindlichen Ökosystems auf den Gletschergipfeln führt mittlerweile jedes Jahr zu Lawinen, die in Nepal Sturzfluten auslösen und erhebliche Verluste an Menschenleben und Sachwerten verursachen“, schreibt das Nachrichtenportal auf X. Vermisste auch im Südwesten Tibets Im Südwesten der Region Tibet wurde der Grenzübergang zu Nepal im Kreis Gyirong von der Schlammlawine getroffen. Erste Erhebungen gehen von drei Toten und 265 Vermissten aus. Das berichteten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf lokale Behörden. Die genaue Zahl werde noch ermittelt, hieß es. Die Rettungsmaßnahmen liefen weiter, berichteten die Staatsmedien.Die Schlammlawine habe die Straßen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Videoaufnahmen in sozialen Medien und Fotos zeigten, wie die braunen Schlammmassen das Flusstal überspülten. China entsandte demnach zahlreiche Rettungskräfte mit schwerem Gerät in das Gebiet, rief eine erhöhte Katastrophenwarnstufe aus und stellte der Region Hilfsgelder zur Verfügung.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Weiterhin soll er gefordert haben, das Frühwarnsystem zu stärken.Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffene Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.Laut einem BBC-Reporter handelt es sich um die verheerendste Katastrophe in Nepal seit dem Erdbeben von 2015. Damals kamen 9000 Menschen ums Leben. (Tsp, AFP, Reuters, dpa)
Sturzflut in Nepal: Retter suchen nach Hunderten Vermissten – mehr als 90 Leichen geborgen
In Nepals Grenzgebiet zu China sind nach einer plötzlichen, heftigen Sturzflut bislang mindestens 98 Leichen geborgen worden. Unklar bleibt nach wie vor, was die Schlammmassen losbrechen ließ.











