Eine schwere Sturzflut hat in Nepal Häuser, Straßen, Brücken und Gewerbe zerstört und offiziellen Angaben zufolge bislang mehreren Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 95 gestiegen, wie das Büro von Regierungschef Balendra Shah mitteilte. Hunderte Menschen – auch Polizisten – würden weiter vermisst, teilte der Sprecher der nepalesischen Polizei Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur mit.Unter den Vermissten in der Grenzregion zu Tibet seien 291 Ausländer, darunter viele Inder, aber auch Touristen aus Deutschland, den USA und Spanien. Acht Südkoreaner, die bei einem Wasserkraftwerk in dem Gebiet arbeiteten, werden ebenfalls vermisst, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul meldete.Nepal:Wie eine Sturzflut eine ganze Region verwüstet – in BildernIn der Grenzregion zu Tibet wurden zahlreiche Häuser und Straßen zerstört. Auch im benachbarten Tibet werden nach einer Schlammlawine Opfer gemeldet.Auch mehrere Wasserkraftwerke zur Stromversorgung des Himalaja-Staates seien betroffen, berichteten Medien aus Nepal.Bekanntes TrekkingzielDie Sturzflut brach am Mittwochmorgen über den Fluss Bhotekoshi im Gebirgsmassiv Langtang Himal nahe der Grenze zu Tibet herein.Nach ersten Einschätzungen des Katastrophenschutzes wurde die verheerende Flut durch das plötzliche Freiwerden des Flusses auf der tibetischen Seite ausgelöst, der zuvor durch einen Erdrutsch aufgestaut worden war.In den besonders betroffenen nepalesischen Orten Syapru Besi und Timure konnten Behördenangaben zufolge wegen der hohen Wasserstände zunächst keine Hubschrauber landen. „Es könnte zahlreiche Opfer oder schwere Sachschäden geben“, sagte Bezirksverwalter Narendra Pariyar der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber ich weiß es noch nicht genau.“Ein Standbild einer Überwachungskamera im Kreis Gyirong in der Region Tibet zeigt, wie eine Welle aus Wasser und Schlamm auf ein mehrstöckiges Gebäude trifft. SOCIAL MEDIA via REUTERSDie Regierung von Premierminister Balendra Shah hat Einheiten der Armee für Such- und Rettungseinsätze mobilisiert. Medizinische Teams, Pfadfinder und das Rote Kreuz wurden für Hilfsmaßnahmen ins Katastrophengebiet entsandt. Auch kündigte das katholische Hilfswerk Caritas Nepal auf Facebook Hilfe für die Betroffenen an. Die Behörden appellierten an die Bewohner am Fluss Trishuli, in den der Bhotekoshi mündet, sich in sicherere Gebiete zu begeben.Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden auch in Tibet Straßen-, Kommunikations- und Stromverbindungen durch eine Schlammlawine beschädigt oder zerstört. Es soll Opfer und Vermisste geben. Präsident Xi Jinping habe „umfassende Anstrengungen“ zur Suche und Rettung von Vermissten angeordnet. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er in Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffene Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.Der Distrikt Rasuwa im Norden Nepals ist ein bekanntes Trekkingziel. Die Region ist berühmt für ihre spektakulären Himalaja-Landschaften, zahlreiche Bergseen und das „Tal der Gletscher“ genannte Langtang-Tal mit seinen gewaltigen Eismassen.
Nepal: Viele Tote nach Sturzflut - Hunderte Einheimische und Touristen vermisst
Mindestens 72 Menschen kamen ums Leben, weitere Opfer werden befürchtet. Das Unglück geschah in einer beliebten Touristenregion.












