Man stelle sich vor, der literarische Protagonist Rip Van Winkle hätte 1989/90 Deutschland besucht, wäre wieder einmal eingeschlafen und erst heute aufgewacht – er würde sich die Augen reiben. Fast überall im Osten gibt es Erzählungen nach dem bekannten Muster, „in der DDR war nicht alles schlecht“ bis hin zu erstaunlichen Berichten über wirtschaftliche Errungenschaften. Ein wohlinformierter Rip Van Winkle hätte eine völlig andere Erinnerung. Marode Innenstädte, eine verrottete Infrastruktur, massive Umweltschäden, erbärmlich niedrige Renten, katastrophale Wohnungsverhältnisse, nicht nur war es schwer bis aussichtslos, eine Wohnung zu finden, die Qualität spottete an zahlreichen Orten jeder Beschreibung.