Stolz führt Andreas Michelmann über das Bildungszentrum Bestehornpark in Aschersleben. Zwei Grundschulen, eine Sekundarschule, eine moderne Sporthalle und die Kulturstiftung Neo Rauch befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik. Von 1994 bis 2022 war Michelmann Oberbürgermeister der Kommune am Rande des Harzes, knapp 28 Jahre lang.

Nun kehrt Michelmann in die Landespolitik zurück. Er hat sich als Direktkandidat für das Bündnis Sahra Wagenknecht in Aschersleben aufstellen lassen. „Ich habe kein Selbstdarstellungsproblem“, sagt Michelmann. Es sei die Friedensfrage, die ihn sehr beunruhigt. Deswegen ist er überhaupt im BSW aktiv geworden. Sahra Wagenknecht steht neben ihm und lächelt.

Das BSW um Sahra Wagenknecht setzt im Wahlkampf auf Frieden, Bildung und soziale Gerechtigkeit.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Wagenknecht, die wohl einflussreichste Vertreterin der Partei, die nach ihr benannt ist, tourt derzeit durch Sachsen-Anhalt. Es ist die heiße Phase des Wahlkampfes. Und für das BSW geht es um viel, sehr viel. Umfragen zufolge liegt die Partei knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Der Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt ist alles andere als sicher. Die Partei ist trotzdem zuversichtlich. Frieden, Bildung und die ausufernden Lebenshaltungskosten sind für das BSW die zentralen Punkte im Wahlkampf. Um diese Ziele zu erreichen beziehungsweise diese Missstände zu beseitigen, sei man bereit, mit allen Parteien zu sprechen.