Die BSW-Gründerin lässt sich bei einem Auftritt in Sachsen-Anhalt beklatschen. Bei der Gelegenheit propagiert sie auch ihr Modell einer „Bürgerregierung“.

Dann bricht Sahra Wagenknecht die Podiumsveranstaltung in Halle (Saale) einfach ab. Etwa anderthalb Stunden saß sie auf der Bühne, sprach vor allem über Außen- und Energiepolitik. An ihrer Seite Sachsen-Anhalts BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig und der Politikwissenschaftler Johannes Varwick, Mitglied in der von Wagenknecht geleiteten BSW-Grundwertekommission.

Sie könne keine weiteren Fragen beantworten, sie müsse dringend in eine Zoomkonferenz, „deswegen, sorry“, erklärt Wagenknecht ihrem Publikum. Doch den abrupten Abgang nimmt ihr offenbar niemand krumm. Auf dem Weg zur Tür begleitet die Gründerin des nach ihr benannten Bündnis Sahra Wagenknecht anhaltender Beifall. In den ersten Reihen stehen manche sogar auf.

Das Abendlicht fällt durch die hohen Fenster des früheren SPD-Vereinshauses Volkspark. Rund 800 Menschen haben sich schon eine halbe Stunde vor Wagenknechts Ankunft im Saal versammelt. Hinten schleppen zwei Männer zusätzliche Stühle herbei. Ein Mann mit Schnurrbart in der ersten Reihe erzählt der taz, er warte seit 90 Minuten am Bühnenrand. Die Frau neben ihm nickt. „Sahra“ sehen, das gehe nicht alle Tage.