Es ist ein Desaster für die deutsche Frauenstaffel um Gina Lückenkemper: Nach einem verunglückten letzten Wechsel zwischen Sophia Junk und Lückenkemper hat das DLV-Quartett das Finale der Leichtathletik-EM über 4x100 Meter verpasst. Junk konnte das Staffelholz durch eine Verletzung nicht mehr an Schlussläuferin Lückenkemper übergeben, die deutsche Staffel kam nicht ins Ziel.»In dem Moment, in dem ich Gina das Staffelholz geben wollte, hat es mir hinten links in den Oberschenkel hineingezogen«, sagte Junk im ZDF. »Da habe ich automatisch einen Sprung nach rechts gemacht. Dadurch konnte ich das Holz nicht mehr druckvoll übergeben, und da war es dann zu spät.«

Männerstaffel auch ohne Ansah im FinaleAuch ohne den frischgebackenen 200-Meter-Europameister Owen Ansah liefen die deutschen Männer sicher ins Finale und gehen dort am Samstagabend als Medaillenkandidaten an den Start. Das Quartett mit Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah lief in 38,57 Sekunden hinter Großbritannien (38,29) und Italien (38,50) die drittbeste Vorlaufzeit.

Ansah tritt wegen drohender Sanktionen im Zuge seiner Affäre um einen nicht vollzogenen Dopingtest nicht in der Staffel an. Seine Ergebnisse könnten nachträglich gestrichen werden – damit würde auch ein deutsches Quartett eine mögliche Medaille verlieren. Ansah war aber im Stadion dabei und unterstützte seine Teamkollegen. »Die Jungs sind gut drauf, ich traue ihnen auf jeden Fall eine Medaille zu«, sagte er.