War die Absage des Termins für die schwarze Community im Volksbad die einzige Lösung oder macht Berlin, was es am besten kann: den Betrieb einstellen?
I ch war am Berliner Volksbad. Es blockiert den Eingang der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Es verbarrikadiert ihn.
Das Volksbad ist eckig. Man steht vor einem hohen Podest. Auf dem Podest steht ein Sicherheitsgeländer. Dahinter sitzen kräftige Männer in schwarzen T-Shirts. Wenn sie nicht sitzen, gehen sie auf und ab. Die Duschen sind kaputt, das Volksbad ist geschlossen, und es darf niemand zu den Männern in den schwarzen T-Shirts hinein.
Das geschlossene Volksbad ist eine Geste des neuen Volksbühnen-Intendanten, und es sollte Offenheit signalisieren. Die Volksbühne ist angeblich ein wilder Ort der Gegenkultur. Das Volksbad war, als es kurz offen war, den Berichten zufolge ein Ort, an dem man schwimmen gehen kann, wenn man sich dabei gern fotografieren lässt.
Das Theater ist ein ästhetischer Raum. Wenn es auf dem Vorplatz etwas macht, ist auch der Vorplatz ein ästhetischer Raum. Die Anmutung ist die Message. Vor der Volksbühne bestimmen die Absperrungen das Bild. Die kräftigen Männer in den schwarzen T-Shirts gehen auf und ab. Deutsche Ordnung, unironisch bauvorschriftsmäßig. Eine Theaterintendanz mit so einer freudlosen Ruine anzufangen, ist vielleicht nicht ganz unproblematisch.












