PfadnavigationHomeKultur„Volksbad“ in BerlinTheater-Intendant verteidigt Reservierung von Freibad für „benachteiligte Gruppen“Stand: 13:06 UhrLesedauer: 3 Minuten„Gratis und offen für alle“ – so wirbt die Berliner Volksbühne für ihr temporäres Schwimmbad. Doch hohe Projektkosten und die Ankündigung eines exklusiven Badetages für schwarze Communitys sorgen für Kritik: „300.000 Euro, die man anderswo besser gebrauchen könnte“, sagt WELT-Chefreporterin Anna Schneider.Sechs Stunden lang darf das Bad vor der Volksbühne am Freitag nur von einem Verein genutzt werden, der sich für schwarze Menschen einsetzt. Der Intendant des Theaters weist Vorwürfe zurück.Nach dem Aufruhr um die Einschränkungen für Besucher des Pop-up-Freibads „Volksbads“ hat sich nun Matthias Lilienthal geäußert. Es sei keine „Diskriminierung“, das Bad stundenweise ausschließlich für bestimmte Gruppen zu öffnen, sagte der Intendant der „Volksbühne“ im Interview mit dem „Spiegel“. Das direkt vor dem Theater installierte Becken in Berlin-Mitte ist seit dem 7. August für gewöhnlich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei und für alle Besucher ohne Ausweis zugänglich.Irritation war aufgekommen, als es am Dienstag auf der Homepage der „Volksbühne“ in einem Eintrag für den 14. August für die Zeit von 12 bis 18 Uhr zunächst hieß: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.“ Noch am Dienstagnachmittag hatte die „Volksbühne“ die Formulierung dann wie folgt geändert: „Das Volksbad ist heute für Each One Teach One (EOTO) e. V. reserviert.“Vom „Spiegel“ danach gefragt, ob es nicht diskriminierend sei, sagte Lilienthal jetzt, die Volksbühne setze sich „grundsätzlich und insbesondere mit diesem Programm für die Förderung strukturell benachteiligter Gruppen“ ein. Man habe verschiedene Organisationen und soziale Träger für gruppenspezifische Veranstaltungen angesprochen, darunter auch den Verein „Each One Teach One“, der „vor allem mit Kindern und Jugendlichen“ arbeite: „Wir versuchen damit, dem Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz zu folgen, das vorsieht, Gruppen, die diskriminierende Erfahrungen machen, einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich diskriminierungsfrei bewegen können“, sagte er. Lesen Sie auchEs gehe um „positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen“. Ab 18 Uhr stehe das Pop-up-Schwimmbad wieder allen Besuchern offen. Mit einer Einschränkung: Kommenden Dienstag und Mittwoch bleibt das Bad geschlossen. Die Duschen funktionieren nicht richtig und sollen repariert werden.Lesen Sie auchDer Verein EOTO versteht sich als „ein Ort des Lernens und der Begegnung für Menschen afrikanischer Herkunft“ und bietet soziale, kulturelle und Bildungsveranstaltungen für Schwarze an. Auf der Seite von EOTO wird die Veranstaltung als „Ausflug im Sommerbad“ angekündigt. Dort heißt es: „Am 14.08.2026 haben wir ein Open-Air-Schwimmbad ganz für uns allein!“ Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.300.000 Euro teure AktionDas „Volksbad“, ein Provisorium von 25 Metern Länge, 1,30 Meter tief, ist das erste Projekt des neuen Volksbühne-Intendanten Matthias Lilienthal. Das Theater versteht die Aktion auch als Protest gegen verfallende Infrastruktur in der Hauptstadt. Rund 300.000 Euro kostet die Aktion, davon 90.000 Euro für das Becken selbst und 210.000 für Ausgaben wie Personal, Sicherheitsvorkehrungen und sanitäre Anlagen. Maximal 50 Menschen dürfen nach Angaben des Theaters gleichzeitig hinein. krö
„Volksbad“ in Berlin: Theater-Intendant verteidigt Reservierung von Freibad für „benachteiligte Gruppen“ - WELT
Sechs Stunden lang darf das Bad vor der Volksbühne am Freitag nur von einem Verein genutzt werden, der sich für schwarze Menschen einsetzt. Der Intendant des Theaters weist Vorwürfe zurück.












