Die Volksbühne hat ein Problem. Und sie duckt sich weg. Am Freitag soll der temporäre Pool vor dem Theater am Rosa-Luxemburg-Platz von 12 bis 18 Uhr allein für schwarze Menschen geöffnet sein. Auf der Website des Theaters hieß es: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.“ Das sogenannte Volksbad hat gewöhnlich von 12 bis 20 Uhr Betrieb.

Das Becken ist an dem Tag also nur zwei Stunden für alle zugänglich. In der Ankündigung für die Aktion hieß es weiter: „Wir bitten diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen Räume zu respektieren.“ Die Anmeldung erfolge über den Verein „Each One Teach One“, eine 2012 gegründete Organisation mit Sitz im Berliner Afrikanischen Viertel in Wedding. Der Verein setzt sich laut Selbstbeschreibung für die Interessen und die gesellschaftliche Teilhabe Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen ein.

Am Dienstag berichteten mehrere Medien mit empörtem Unterton über diese Form der Exklusivität. Die AfD regt sich in Form eines Facebook-Posts darüber auf: „Hier wird mit dem hart erarbeiteten Geld deutscher Steuerzahler eine offene Rassentrennung im öffentlichen Raum betrieben.“ Die Partei spricht von einem Skandal und einem „Schlag ins Gesicht aller Beitragszahler“. Dazu stellt die Partei ein KI-generiertes Foto von Schwarzen Menschen im Pool, wohl davon ausgehend, dass das für ihre Klientel ein Aufreger ist.