PfadnavigationHomeKulturSchwimmbad-Aktion„Exklusiv für schwarze Communities“ – Volksbühne Berlin schränkt Zugang für „Volksbad“ einStand: 17:09 UhrLesedauer: 3 MinutenVor der Berliner Volksbühne ist ein temporäres Schwimmbecken eröffnet worden. US-Journalist Erik Kirschbaum kritisiert die Ausgaben für das Pop-up-Schwimmbad: „Das ist total Geldverschwendung. Berlin, Deutschland hat wenig Geld, wenig Wasser momentan“, so Kirschbaum.Gratis und „offen für alle“: So wirbt die Berliner Volksbühne für ihr temporäres Schwimmbad. Am Freitag wird dieses Prinzip für sechs Stunden ausgesetzt. Dann ist das „Volksbad“ exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.Seit dem 7. August steht vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin ein temporäres Schwimmbad. Dieses „Volksbad“ wurde als „offen für alle, die sich im heißer werdenden Berliner Sommer nach Abkühlung sehnen, ihre Kraultechnik verbessern möchten oder mit der Nachbarschaft zusammenkommen und nichts tun wollen“ angekündigt. Jeder könne kommen, „gratis und ohne Ausweispflicht“. So steht es auf der Seite des Theaters.Doch am kommenden Freitag soll das für mehrere Stunden nicht gelten. In einem Eintrag für den 14. August heißt es auf der Seite der Volksbühne für die Zeit von 12 bis 18 Uhr: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.“ Das direkt vor dem Theater installierte Becken ist für gewöhnlich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Das Becken wäre demnach nur zwei Stunden für alle zugänglich.In der Ankündigung für die Aktion heißt es weiter: „Wir bitten diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen Räume zu respektieren“. Die Anmeldung erfolgt über den Verein „Each One Teach One“ (EOTO e.V.).Lesen Sie auchDieser versteht sich als „ein Ort des Lernens und der Begegnung für Menschen afrikanischer Herkunft“ und bietet soziale, kulturelle und Bildungsveranstaltungen für Schwarze an. Auf der Seite von EOTO wird die Veranstaltung als „Ausflug im Sommerbad“ angekündigt. Dort heißt es: „Am 14.08.2026 haben wir ein Open-Air-Schwimmbad ganz für uns allein!“Wie die Zugangsbeschränkung vor Ort umgesetzt werden soll, ist bislang unklar. Eine Antwort von EOTO auf eine Anfrage von WELT steht aus. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“. Lesen Sie auchAllerdings erlaubt das Gesetz „positive Maßnahmen“, wenn „bestehende Nachteile (...) verhindert oder ausgeglichen werden sollen“. Das können etwa Frauenquoten oder Stipendien für benachteiligte Gruppen sein, aber auch Workshops für von Rassismus betroffene sowie spezifischen Gruppen vorbehaltene Freizeitangebote. Nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gehören dazu auch „gesonderte Besuchszeiten in Schwimmbädern“.Lesen Sie auchDoch gerade das „Volksbad“ war als Aktion für alle angekündigt. Auch in der Haus- und Badeordnung der Volksbühne heißt es: „Der Besuch des Volksbad-Geländes ist kostenlos und steht grundsätzlich allen Menschen offen.“ Ausnahmen sind etwa bei übermäßigem Alkoholkonsum, bestimmten ansteckenden Krankheiten oder „bei Verhaltensweisen, die gegen den Verhaltenskodex der Volksbühne verstoßen“ vorgesehen. Allerdings verfügt die Haus- und Badeordnung auch, dass bei Sonderveranstaltungen „ergänzende oder abweichende Regelungen gelten“ können.EOTO organisiert regelmäßig Angebote, die sich speziell an schwarze Menschen richten. Dazu gehören Jugendprogramme, Beratungsangebote oder Freizeit-Veranstaltungen. Der Verein erhält nach eigenen Angaben Fördergelder vom Land Berlin. Außerdem fließen Mittel aus dem Programm „Demokratie leben“. Dort sind als Fördersumme für die Jahre 2025 und 2026 jeweils 425.000 Euro angegeben. Lesen Sie auchDas „Volksbad“ soll noch bis Oktober bleiben. Aufbau und Betrieb kosten das Theater rund 300.000 Euro. Der Besuch ist kostenlos – Zeitfenstertickets kann man immer drei Tage vorher online buchen. Für Intendant Matthias Lilienthal ist das Projekt auch ein politischer Protest gegen verfallende Infrastruktur: „In einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch Infrastruktur abgebaut wurde, und öffentliche Orte zunehmend kommerzialisiert und kontrolliert werden“, heißt es auf der Seite des Theaters, sei das Volksbad „eine sommerliche Einladung an die Hauptstadt“.Offiziell eröffnet wird Lilienthals erste Spielzeit im Oktober. Er ist Nachfolger des früheren Intendanten René Pollesch, der vor zwei Jahren überraschend gestorben war. Weil derzeit noch die Obermaschinerie im Theater saniert wird, hat Lilienthal vorab das Wasserspektakel organisiert.lfb mit dpa
„Exklusiv für Schwarze Communities“ – Volksbühne Berlin schränkt Zugang für „Volksbad“ ein - WELT
Das „Volksbad“ vor der Volksbühne in Berlin ist eigentlich kostenlos und für alle geöffnet. Am Freitag ist das Schwimmbad jedoch von 12 bis 18 Uhr exklusiv für Schwarze Communitys reserviert. Die Sonderregelung sorgt für Fragen.















